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Angesichts des weiterhin andauernden Kriegs in der Ukraine werden die Not und das Leid der betroffenen Bevölkerung sowohl im Land als auch auf der Flucht und damit ihr Bedarf an humanitärer Hilfe immer dringlicher und größer.

 

Ukraine-Krise: Humanitäre Hilfe

Angesichts der unübersichtlichen Lage und der sich überschlagenden Ereignisse raten wir dringend dazu, Informationsquellen kritisch zu prüfen und seriöse Informationsangebote zu nutzen.

Das DRK stellt auf seiner Website https://www.drk.de/hilfe-weltweit/wo-wir-helfen/europa/ukraine-krise-humanitaere-hilfe/ gemäß dem aktuellen Kenntnisstand Informationen zu seiner Arbeit im Land zur Verfügung.

Spenden Sie für Menschen in Not auf Nothilfe Ukraine 

IBAN: DE63370205000005023307 
BIC: BFSWDE33XXX 
Stichwort: Nothilfe Ukraine

DRK-Hotline

Für externe Anfragen zur Ukraine-Lage sowie Angebote zu unterschiedlichen Hilfeleistungen wurde zwischenzeitlich eine „DRK-Hotline“ eingerichtet.

Rufnummer + 49 (0)30 85404 111

Ukraine-Krise: Aktivitäten des DRK e.V. im In- und Ausland (Stand: Berlin, den 14.12.2022)

  • Spendenmittelverwendung

    Wir helfen... Verlässlich. Bedarfsgerecht. Zielgerichtet. Gemeinsam als Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Als ein DRK. Das DRK ist Teil der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Wir sind ein weltweites Netzwerk aus 192 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, die vor, während und nach Krisen vor Ort sind.

    Angesichts des andauernden und sich ausweitenden Krieges in der Ukraine werden Not und Leid der Menschen sowohl im Land als auch auf der Flucht und damit ihr Bedarf an humanitärer Hilfe immer dringlicher und größer. In enger Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Roten Kreuz und weiteren Schwestergesellschaften stellen wir umfangreiche Hilfsmaßnahmen zur Versorgung der Zivilbevölkerung und der Menschen auf der Flucht bereit. Auch in Deutschland helfen wir in den unterschiedlichsten Bereichen!

    Helfen unter: http://drk.de/ukraine-hilfe

    Gut zu wissen: Das DRK wird in der internationalen Zusammenarbeit stets auf Grundlage direkter Anfragen seiner Schwestergesellschaften, des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) oder der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRK) tätig.

    Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war bereits vor der massiven Eskalation des bewaffneten Konflikts in der Ukraine und zuvor insbesondere im Osten des Landes aktiv. Die seit der Eskalation ab dem 24. Februar eingehenden Spendengelder kommen in vielfältiger Weise der humanitären Arbeit des DRK im Verbund mit seinen Schwestergesellschaften, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) zugute. Abhängig von der Sicherheitslage und den Zugangsmöglichkeiten sowie in enger Abstimmung mit seinen Partnern baut das DRK seine Aktivitäten in der Ukraine und den Nachbarländern schrittweise und bedarfsgerecht weiter aus.

    In den ersten Wochen lag der Fokus auf Sofort- und Nothilfemaßnahmen wie der Lieferung von Hilfsgütern und dem Aufbau einer Versorgungslinie zwischen dem polnischen Lublin und dem ukrainischen Lwiw zur Unterstützung betroffener Menschen in der Ukraine oder auf der Flucht. In Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Roten Kreuz (URK) unterstützt das DRK auch die Verteilung von Einkaufsgutscheinen an tausende vertriebene und evakuierte Menschen im Osten des Landes.

    Das DRK unterstützt zudem beim Struktur- und Kapazitätsaufbau seiner Schwestergesellschaften, um die dauerhafte Versorgung von betroffenen Menschen in der Ukraine bzw. den Nachbarländern weiter bedarfsgerecht leisten zu können. Derzeit liegt der Schwerpunkt auf der Gesundheitsversorgung in verschiedenen Teilen des Landes. Dies umfasst die Bereitstellung von Teilen eines mobilen Krankenhauses, Materialien für die gesundheitliche Erstversorgung, den Transport besonders vulnerabler Personengruppen wie älterer Menschen und Menschen mit Behinderungen, den Betrieb mobiler Gesundheitseinrichtungen sowie häusliche Besuchs- und Pflegedienste.

    Zur mittel- und langfristigen Absicherung seines humanitären Engagements und angesichts des auf lange Sicht anhaltend hohen humanitären Bedarfs benötigt das DRK weiterhin Spendengelder für seine Arbeit. Seit Ende März fließen 20 Prozent der eingeworbenen Spenden für die Ukraine-Nothilfe in die Inlandsaktivitäten der DRK-Landes- und Kreisverbände sowie Ortsvereine und der DRK- und BRK-Schwesternschaften für geflüchtete Menschen aus der Ukraine.

     

  • Internationale Zusammenarbeit
    • In der Ukraine ist bereits im November der erste Schnee gefallen und die Temperaturen sinken immer weiter. Aufgrund des Wintereinbruches verschärft sich die humanitäre Situation in der Ukraine abermals. Neun Monate Krieg sowie die zunehmenden Angriffe auf kritische Infrastruktur und nun auch größere Städte im Westen des Landes seit Mitte Oktober haben starke Schäden an Wohnhäusern, Strom- und Gaswerken verursacht, sodass sich Millionen von Menschen nicht ausreichend vor den zu erwartenden eisigen Temperaturen von bis zu minus 20 Grad schützen können.
    • Vor diesem Hintergrund baut das DRK die Unterstützung für seine Schwestergesellschaften in der Ukraine und den benachbarten Ländern weiterhin aus. Das DRK unterstützt das URK, unter anderem durch die Lieferung von über 200 Generatoren verschiedener Stärken, die Beschaffung von 7.066 Heizöfen und 22 mobilen Tankanlagen. Darüber hinaus wird das DRK bei der Verteilung von 24.298 Einkaufsgutscheinen an besonders vulnerable Personen in Dnipro, Zaporizhia, Poltava, Rivne und Volyn sowie bei der Bezuschussung von Heiz- und Stromkosten von Sammelunterkünften in Rivne und Volyn unterstützen.
    • Das bisherige Engagement für einen nachhaltigen Struktur- und Kapazitätsausbau, insbesondere im Gesundheitsbereich wird weiter fortgesetzt. In den Oblasten Rivne, Volyn und Odessa sind bereits 15 mobile Gesundheitseinrichtungen in Betrieb, weitere fünf folgen bis zum Ende des Jahres.
    • Der häusliche Besuchs- und Pflegedienst wird in den Oblasten Odessa, Lwiw, Rivne und Volyn sowie in Kiew-Stadt unterstützt Von Mai bis September versorgten 155 soziale Helferinnen und Helfer vor allem Ältere, Bettlägerige und Menschen mit Behinderungen in den genannten Oblasten.
    • Darüber hinaus unterstützt das DRK das URK fortlaufend und bedarfsgerecht mit der Bereitstellung von Hilfsgütern bei der landesweiten Versorgung von Hilfsbedürftigen.
    • Das DRK unterstützt ebenfalls das Polnische Rote Kreuz (PRK) beim Kapazitätsausbau, um bestehende Notfallkapazitäten zu stärken und zu professionalisieren.
    • Das DRK hat einen Logistikhub in Lublin eingerichtet. Hierrüber werden bedarfsgerechte Hilfsgüterlieferungen gemäß den Anforderungen des URK gemeinsam mit dem PRK in die Ukraine und in andere Nachbarländer organisiert.
    • Für die Winterhilfe und in Vorbereitung auf eventuelle neue Flüchtlingsbewegungen
    • ist das Lager in Lublin aufgestockt worden. So werden durch das DRK unter anderem 20.000 Hygienepakete, 2.000 Feldbetten, 5.000 Decken und 2.000 Schlafsäcke vorgehalten und können innerhalb kürzester Zeit bedarfsgerecht verteilt werden.

    • Bisher erhielten mehr als 2.800 Geflüchtete Bargeldleistungen in Polen, mit einem Gesamtvolumen von 1 Million Euro. Bis Ende des Jahres werden wir insgesamt 1,3 Millionen Euro an Bargeldleistungen an Geflüchtete in Polen verteilen.

    • Die Umbauarbeiten im Sanatorium in Krasnobród in der Region Lublin, welche finanziell durch das DRK unterstützt wurden, sind abgeschlossen. Dort sind Kinder mit Behinderungen und ihre vier Erzieherinnen untergebracht.
    • Darüber hinaus unterstützt das DRK das  PRK bei der Umsetzung von Gemeindeaktivitäten zur Förderung der Integration von Geflüchteten in Polen. So werden zum Beispiel in Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern in Łódź für 161 Geflüchtete soziale Hilfsangebote, wie beispielsweise die Begleitung bei Behördengängen; die Suche nach adäquaten Sprachkursen; die Unterstützung bei der Arbeitssuche; die Integration von Kindern in das polnische Schulsystem und die Einrichtung einer Servicestelle zur Ausgabe von Hygienepaketen, Decken, sowie Kleidung; finanzielle Unterstützung und psychosoziale Beratungsangebote, umgesetzt.
    • Gemeinsam mit dem Litauischen Roten Kreuz setzt das DRK noch bis Ende dieses Jahres ein Programm zur Verteilung von Einkaufsgutscheinen als Unterstützung von 1225 Geflüchteten um. Hierbei werden vor allem ältere Personen mit chronischen Krankheiten oder besonderen Bedürfnissen und Haushalte, die ein Mitglied mit besonderem Pflegebedarf betreuen, unterstützt.
    • In der Ukraine und der Republik Moldau arbeitet das DRK strategisch eng mit dem IKRK in den Bereichen medizinische Versorgung und Transport von Verletzten/Erkrankten und vulnerablen Personengruppen zusammen. Hierzu werden Rettungs- und Transportfahrzeuge samt Personal aus mehreren DRK- Landesverbänden in Rotationen eingesetzt. So konnten bisher 121 Personen mit besonderen Bedürfnissen aus der Ukraine evakuiert und 672 verletzte und kranke Personen aus umkämpften Gebieten im Osten der Ukraine in Krankenhäuser gebracht werden.
    • Das DRK entsendet nach wie vor Fachpersonal in die Krisenreaktionsmechanismen des IKRK und der IFRK zum Einsatz in der Ukraine und den Nachbarländern. Bisher sind 174 Entsendungen über das DRK realisiert worden. Die Landesverbände des DRK haben dabei bisher mit 134 Personalentsendungen unterstützt, vor allem in den Bereichen der Hilfsgütertransporte und als medizinisch qualifiziertes Personal.

    Hintergrund Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Roten Kreuz:

    Das DRK arbeitet seit dem Reaktorunglück in Tschernobyl 1986 eng mit dem URK zusammen. Seit Ausbruch des bewaffneten Konflikts 2014 im Osten der Ukraine unterstützten wir unsere Schwestergesellschaft im Bereich der Nothilfe. Seit einigen Jahren lag der Schwerpunkt hierbei vor allem auf Bargeldhilfen für besonders bedürftige Menschen. Diese Nothilfe musste aufgrund des Krieges vorerst suspendiert werden.

  • Deutschland

    Zahlen zu aus der Ukraine Geflüchteten in Deutschland und der Einbindung der DRK- Landesverbände in die Flüchtlingshilfe

    Gemäß offiziellen Zahlen des Bundesinnenministeriums aus dem Ausländerzentralregister vom 08.11.2022 waren zu diesem Datum in Deutschland 1.024.841 geflüchtete Personen aus der Ukraine registriert. Das UNHCR veröffentlicht am 22.11.2022 die Zahl von 1.021.667 in Deutschland registrierten geflüchteten Personen aus der Ukraine.1 Gemäß bei den Bundesländern regelmäßig angefragten Zahlen des MEDIENDIENST IN-TEGRATION teilen sich die Zahlen Anfang November 2022 folgendermaßen auf die Bundesländer auf:

     

    Bundesland Anzahl Prozentsatz
    Bayern 148.834 14,58%
    Berlin 51.198 5,02%
    Baden-Württemberg 131.000 12,84%
    Brandenburg 30.092 2,95%
    Bremen 10.750 1,05%
    Hamburg 28.188 2,76%
    Hessen 79.926 7,83%
    Mecklenburg-Vorpommern 21.673 2,12%
    Niedersachsen 108.874 10,67%
    Nordrhein-Westfalen 218.648 21,43%
    Rheinland-Pfalz 43.838 4,30%
    Saarland 12.589 1,23%
    Sachsen 49.289 4,83%
    Sachsen-Anhalt 28.859 2,83%
    Schleswig-Holstein 30.127 2,95%
    Thüringen 26.610 2,61%
      1.020.495 100%

    Quelle: mediendienst-integration.de am 30.11.20222

     

    Da die Zahlen nicht genau sind und zu berücksichtigen ist, dass sich registrierte Personen wieder zurück in die Ukraine begeben haben könnten oder sich anderweitig in Deutschland oder dem Schengenraum aufhalten, sollten sie nur als Richtwert angesehen werden. Die prozentuale Aufteilung der geflüchteten Personen auf die Bundesländer wird aber mutmaßlich als Näherungswert belastbar sein.

    Problematisch erscheint, dass es auf keiner staatlichen Ebene in der Bundesrepublik Deutschland konkrete Zahlen zur Flüchtlingsbewegung gibt, die ein Lagebild außerhalb der Bundesrepublik und abseits der Zahlen aus den offiziellen Statistiken zulassen. Eine Antizipation von Zahlen findet durch den Bund entweder nicht statt oder diese Zahlen werden nicht veröffentlicht. Innerhalb der Rotkreuzbewegung gibt es weder Zahlen des URK oder des PRK, so dass auch innerhalb der Bewegung derzeit keine belastbaren Daten ableitbar sind.

     

    Bundesland Anzahl Prozentsatz
    Bayern 148.834 14,58%
    Berlin 51.198 5,02%
    Baden-Württemberg 131.000 12,84%
    Brandenburg 30.092 2,95%
    Bremen 10.750 1,05%
    Hamburg 28.188 2,76%
    Hessen 79.926 7,83%
    Mecklenburg-Vorpommern 21.673 2,12%
    Niedersachsen 108.874 10,67%
    Nordrhein-Westfalen 218.648 21,43%
    Rheinland-Pfalz 43.838 4,30%
    Saarland 12.589 1,23%
    Sachsen 49.289 4,83%
    Sachsen-Anhalt 28.859 2,83%
    Schleswig-Holstein 30.127 2,95%
    Thüringen 26.610 2,61%
      1.020.495 100%

    Quelle: mediendienst-integration.de am 30.11.20222

     

    Ende August waren in Deutschland bereits über 950.000 geflüchtete Personen aus der Ukraine registriert. Die derzeit im Vergleich nur leicht erhöhte Zahl von ca. 1.020.000 Personen ist wahrscheinlich mit den nunmehr räumlich auf die Kontaktlinie begrenzten Kampfhandlungen am Boden und der Rückeroberung Chersons durch die Ukraine erklärbar. Hierdurch ist mutmaßlich die Zahl der Rückkehrer in die Ukraine gestiegen. Dies darf aber nicht über die erhebliche Vulnerabilität der Zivilbevölkerung hinwegtäuschen, die durch die Konfliktauswirkungen auf die ukrainische Versorgungsinfrastruktur entstanden ist.

    Davon ausgehend, dass der bewaffnete Konflikt zwischen Russland und der Ukraine weiterhin massive und großflächige Auswirkungen auf die ukrainische Versorgungsinfrastruktur haben wird, ist bei den bestehenden winterlichen Temperaturen – auch kurzfristig – ein erheblicher Anstieg der humanitären Bedarfe in der Ukraine sowie ein deutlicher Anstieg der Binnenflüchtlingszahlen und der Anzahl der außerhalb der Ukraine befindlichen Flüchtlinge zu erwarten. Die Anzahl der Grenzübertritte aus der Ukraine bleibt weiterhin hoch, so dass von einer weiter steigenden Flüchtlingsanzahl auszugehen ist. In der folgenden Statistik sind die Rückreisen in die Ukraine allerdings nicht herausgerechnet:

    Eine direkte Einbindung der Katastrophenschutzeinheiten der Landesverbände in die Flüchtlingshilfe der Bundesländer ist teilweise verstetigt. In einer am 28.11.2022 abgeschlossenen Einzelabfrage des FüLZ an die Landesverbände haben 15 der 19 DRK- Landesverbände den Umfang der Einbindung oder Nichteinbindung ihrer Katastrophenschutz- Einheiten in die Flüchtlingshilfe zurückgemeldet. Die Schwerpunkte der Aktivitäten waren bisher:

    • Betreuung:
      • teils Bereitstellung von Material und Aufbau
      • teils tatsächlicher Betrieb der Unterkünfte im Schichtsystem
    • Verpflegung
    • Medizinische Versorgung inkl. Corona-Schnelltests
    • Mitarbeit im staatlichen Krisenstab
    • Voralarm, aber kein Einsatz

    Einsatzgebiete des DRK-Generalsekretariats in Deutschland

    • Zwischen Ende Februar und dem 08.11.2022 wurden dem Bundesinnenministerium (BMI) zufolge 1.024.841 Geflüchtete aus der Ukraine im Ausländerzentralregister (AZR) registriert. Rund 61 Prozent davon haben bereits Schutz nach § 24 AufenthG erhalten.3
    • Mobilisierung der 110 MBE-Beratungsstellen mit 210 Beratungsfachkräften, von

    letzteren sind 150 auch über die DRK-Online-Beratungs-App mbeon erreichbar, um Fragen der Ankommenden aufzufangen und zu beantworten. Informationsmaterialien zur Arbeit der MBE auf Ukrainisch sind über mbe(at)drk.de erhältlich.

    • Vernetzung und Austausch auf DRK-Landes- und Kreisverbandsebene zu Aktivitäten

    vor Ort, u. a. Sammlung von über 80 Projektideen aus den Gliederungen für neue Programmlinien potenzieller Zuwendungsgeber oder Spendengelder

    • Schulung aller Haupt- und Ehrenamtsstrukturen im Bereich der Migrationsarbeit hinsichtlich der neuen Rechtslage und Aufnahmebedingungen
    • Bündelung der Fachexpertise in den Themenfeldern Pflege, Behindertenhilfe, Jugendhilfe und Migrationsarbeit zu rechtlichen Fragestellungen bzgl. der Versorgungsituation und dem Zugang zu Leistungen, in diesem Kontext erfolgten in den letzten Wochen bereits unzählige Fachgespräche mit den betreffenden Ministerien
    • Beantwortung zahlreicher eingegangener Anfragen zum Ankommen in Deutschland über das Funktionspostfach sowie telefonisch
    • Vernetzung und Austausch mit den Verbänden der Wohlfahrtspflege sowie mit der staatlich-zivilgesellschaftlichen Koordinierungsstelle des BMI
    • Bereits Ende April hat das DRK eine Stellungnahme zur Bewertung von Krisen und ungleichen Behandlung von Geflüchteten veröffentlicht.
    • Bundeskontaktstelle für Geflüchtete aus der Ukraine mit Behinderungen und/oder
    • Pflegebedarf: Das DRK betreibt seit dem 04.05. federführend und in enger Abstimmung mit Bund und Ländern die Bundeskontaktstelle für geflüchtete Menschen mit Behinderungen und/oder Pflegebedarf. Das Konzept wurde im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) erarbeitet und in den Monaten seit Beginn der Zusammenarbeit fortwährend weiterentwickelt.

      • Eine vorausschauende Planung passender Hilfsangebote ist notwendig, um die je nach Einzelfall häufig komplexen Hilfebedarfe decken zu können.
      • Die Bundeskontaktstelle stellt grundlegende Informationen rund um das Thema Flucht und Behinderung/Pflegebedarf über einen Internetauftritt sowie eine Hotline zur Verfügung. Über die Hotline und die E-Mail-Adresse konnten bereits über 1.350 Unterbringungsanfragen bearbeitet und 240 Menschen mit besonderen Bedarfen in für sie passende Unterkünfte vermittelt werden (Stand 12.12.).
      • Sie fungiert als Schaltstelle der zahlreichen in das Fluchtgeschehen involvierten
    • Akteure, an der wichtige Informationen zusammenlaufen und zügig weitergeleitet werden.

      • In Zusammenarbeit mit den für die Versorgung primär zuständigen Ländern trägt die Bundeskontaktstelle so dazu bei, schnell passende Hilfsangebote zu vermitteln. Mit der Bundeskontaktstelle wurden gleichzeitig von den Ländern 16 Landeskoordinierungsstellen aufgebaut, die die Betreuungssituation vor Ort im Blick haben und auch konkrete Unterbringungsangebote vermitteln können.
      • Mit einem Monitoring über bereits erfolgte und anstehende Transporte hilft sie dabei, das Fluchtgeschehen transparenter zu gestalten.
      • Erreichbarkeit der Bundeskontaktstelle – Tel.: 030 - 85 404 789 (dienstags bis donnerstags, 9.00 bis 14.00 Uhr, auf Deutsch und Russisch), E-Mail: bundeskontaktstelle(at)drk.de (werktags, 9.00 bis 17.00 Uhr)
      • Weitere Informationen unter: Bundeskontaktstelle
    • Das Führungs- und Lagezentrum (FüLZ) im DRK-Generalsekretariat arbeitet aktuell als Schnittstelle zwischen den Alarmspitzen der DRK-Mitgliedsverbände und den verschiedenen Bereichen im DRK-Generalsekretariat, hierzu wird eine durchgängige Rufbereitschaft sichergestellt (unterstützt aus dem Bereich Nationale Hilfsgesellschaft durch 10 Mitarbeitende in Rotation). Alle Bereiche im DRK-Generalsekretariat sind massiv und unter Beibehaltung der regulären Ressortzuständigkeiten nahezu vollständig in die Bewältigung der komplexen Lage eingebunden. Zur Koordinierung finden regelmäßige bereichsübergreifende Lagebesprechungen unter Beteiligung von 14 Kolleginnen und Kollegen aller Bereiche statt.
    • Das FüLZ koordiniert weiterhin die nationalen Rotkreuz-Aktivitäten sowie zahlreiche länderübergreifende Unterstützungsmaßnahmen für DRK-Landesverbände und Amtshilfeersuchen, z. B. über das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum des Bundes und der Länder (GMLZ), bearbeitet. Insgesamt wurden über das FüLZ zeitweise bis zu 194 Einsatzkräfte aus verschiedenen Landesverbänden für die Hilfeleistungen koordiniert.
      • Flughafen BER Terminal 5 – Betreuung Geflüchteter in Notunterkunft (16 Einsatzkräfte im 24/7-Dienst), Zeitraum 12.03. bis 31.03.
      • Berlin Flughafen Tegel Terminal C – Aufbau Labor Betreuung 5.000, rund 1.000 Notunterkunftsplätze wurden als Pufferkapazität im Auftrag des Bundes und des Landes Berlin bereitgestellt; Übergabe an die DRK Sozialwerk Berlin gGmbH zum weiteren Betrieb ist erfolgt; seit Mitte März Sicherstellung der pflegerischen Besetzung der Mobilen Medizinischen Versorgungseinheit (MMVe) im Ankunftszentrum Tegel über die Gestellung von Mitgliedern der DRK-/BRK- Schwesternschaften bis Ende August; zudem Ende April Einsatz von elf Rotkreuzschwestern als ehrenamtliche Pflegefachkräfte zur Versorgung von mehr als 260 Menschen (darunter 30 mit besonderem, vor allem pflegerischen Bedarf), die aus dem Donbass über das Ankunftszentrum in Tegel aufgenommen wurden – teilweise bereits im Rückbau in enger Abstimmung mit dem Berliner Senat
      • Verbandslage: Aufarbeitung und Bereitstellung des DRK-Verbandslageberichts durch    Lagebeiträge    aus    dem    DRK-Generalsekretariat        und    den     DRK-Mitgliedsverbänden
      • Ressourcenmanagement: gesamtverbandliche Abfrage und Koordinierung von einerseits vorhandenen und andererseits benötigten Ressourcen der DRK-Mitgliedsverbände Beschaffung/Einkauf: Bereitstellung zusätzlich beschaffter Engpassressourcen an die DRK-Mitgliedsverbände (z. B. Feldbetten) über das Team Einsatzunterstützung
      • Transportmanagement (Logistik): Koordination nationaler und internationaler (insbesondere Polen) Hilfsgütertransporte; Überführung von Einsatzfahrzeugen (s. u.) nach Osteuropa und Transport von Einsatzmaterial im Inland
      • Bereitstellung von medizinischer Schutzausrüstung aus dem rescEU medical Stockpile des DRK im Rahmen des Europäischen Katastrophenschutzverfahrens UCPM
      • Transportmanagement (Medevac): Koordination medizinisch notwendiger Transporte von Schutzsuchenden aus Anrainerstaaten der Ukraine und im Rahmen des Kleeblatt-Konzepts im Inland; Transport von Holocaust- Überlebenden unter Beteiligung der Jewish Claims Conference und mehrerer Bundesministerien von der polnisch-ukrainischen Grenze nach Deutschland; bisher 183 Transporte mit insgesamt 246 Patientinnen und Patienten
      • Rückführung von Patientinnen und Patienten, die in Deutschland behandelt wurden, in die Ukraine; Auftrag wurde über das BMI erteilt; die Koordination erfolgt über die Johanniter-Unfall-Hilfe; das DRK übernimmt einzelne Transporte
    • Entsendung von Einsatzkräften durch das DRK an das IKRK
    • Überführung gespendeter Fahrzeuge an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz
    • Bereitstellung medizinischer Kapazitäten (Fahrzeuge und Personal) durch das DRK an das IKRK zur Unterstützung des Transportes von Patientinnen und Patienten in der Ukraine sowie Moldau; weiterhin stärken ebendiese Einsatzkräfte die lokalen Kapazitäten durch die Organisation und Durchführung von Erste-Hilfe-Kursen; Herstellung der längerfristigen Durchhaltefähigkeit mittels des Aufbaus von Kooperationen mit anderen Schwestergesellschaften sowie der gezielten Ansprache von verbandseigenen Rettungsdienst-Gesellschaften
    • Organisationseigenes Einsatzmaterial bis Ende August in Voralarm und Einsatzbereitschaft, DRK-Helferinnen und Helfer sind im Rahmen des komplexen Hilfeleistungssystems umfassend in die Bewältigung der gegenwärtigen Lage eingebunden
    • Einsatz koordiniert über die DRK-Landes- und Kreisverbände:
      • Zahlreiche Landes- und Kreisverbände sowie DRK-/BRK-Schwesternschaften im Einsatz, beauftragt durch Länder und Kommunen
      • Eigenständige Bearbeitung der Einsatzaufträge auf lokaler Ebene, unterstützt durch übergeordnete Strukturen
      • Tätigkeitsschwerpunkte:      Aufbau      und      Betrieb von  Notunterkünften, sanitätsdienstliche Begleitung von Sonderzügen
    • Der DRK-Suchdienst kümmert sich gemeinsam mit dem Internationalen Suchdienst- Netzwerk um die Erfassung und Bearbeitung von Suchfällen vermisster Personen, einschließlich verstorbener bzw. vermutlich verstorbener Personen (Zivilisten und Militärangehörige) und Kriegsgefangener. Der DRK-Suchdienst hilft auch getrennten Familien mit Beratung bei Fragen zum Familiennachzug in allen DRK-Suchdienst- Beratungsstellen. Bisher sind beim Suchdienst über 360 Suchanfragen von Personen im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt in der Ukraine eingegangen, die ihre Angehörigen vermissen.
    • Um Familienangehörige über die Suchdienstangebote zu informieren, hat der DRK-
    • Suchdienst neue Materialien für seine Öffentlichkeitsarbeit konzipiert bzw. vorhandene ins Ukrainische übersetzen lassen. Das neue Präventionsplakat z. B., basierend auf einer Vorlage des Zentralen Suchdienstes des IKRK, enthält Hinweise, wie schutzsuchende Angehörige ihren familiären Kontakt sichern können. Ziel ist, diese Plakate etwa in DB-Zügen und Bahnhöfen für Betroffene gut sichtbar zu platzieren. Die mehrsprachigen Materialien sind auch auf der DRK-Suchdienst-Website (https://www.drk-suchdienst.de/) eingestellt.

    • Seit dem 22.03. fließen 20 Prozent der eingeworbenen Spenden für die Ukraine- Nothilfe in unsere Aktivitäten im Inland; das Generalsekretariat ist mit einer Ausschüttung von 8 Millionen Euro an die Landesverbände in Vorleistung gegangen.

    1 Die Abweichungen der UNCHR Zahlen zu denen des BMI ergeben sich BMI-Angaben zufolge durch unterschiedliche Zeitpunkte der Veröffentlichung. Wie viele Personen genau Deutschland erreicht beziehungsweise verlassen haben, lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Ukrainische Staatsbürger/innen können ohne Visum in die Europäische Union einreisen und sich in EU-Mitgliedstaaten des Schengen-Raums frei bewegen. Das BAMF gibt an, dass einige Geflüchtete bereits weiter- beziehungsweise zurück in die Ukraine gereist sein könnten.

    2 Siehe: mediendienst-integration.de/migration/flucht-asyl/ukrainische-fluechtlinge.html Die Bundesländer erfassen die Zahl der im Land registrierten Geflüchteten aus der Ukraine sehr unterschiedlich. Einige beziehen sich auf Daten des Ausländerzentralregisters, während andere die Zahl der in Aufnahmeeinrichtungen registrierten Personen berücksichtigen. In beiden Fällen handelt es sich um Schätzungen, denn es ist nicht bekannt, wie viele Geflüchtete wieder fortgezogen sind.

    3 Quelle: MEDIENDIENST INTEGRATION

  • Zahlen zum Ukraine-Einsatz des DRK-Generalsekretariats (Stand: 15.08.22)

    DRK-Einsatzstruktur in der Ukraine

    • Anzahl der Oblaste, in denen das DRK aktiv ist: 5 (Kiew-Stadt, Lwiw, Rivne, Volyn, Odessa)
    • Anzahl der DRK-Büros: 2 (Kiew, Lwiw)
    • Anzahl der DRK-Mitarbeitenden (Delegierte) im Land: 8 (seit 01.08.)

    DRK-Beteiligung am Ambulanz-Programm des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Mykolajiw/Odessa/Chișinău

    • Anzahl der verwundeten und kranken Personen, die von IKRK/DRK-Ambulanz-Teams transportiert wurden: 240 (bis 06.08.)
    • Anzahl der Personen mit Behinderung, die von IKRK/DRK-Ambulanz-Teams transportiert wurden: 67 (bis 06.08.)
    • Anzahl der DRK-Freiwilligen (aus dem Verband), die in das Ambulanz-Programm entsandt wurden: 72 (24.02.–01.07.)

    DRK-Unterstützung des häuslichen Pflege- und Besuchsdienstes des Ukrainischen Roten Kreuzes (URK) in der Westukraine (Oblaste Rivne, Volyn, Lwiw)

    • Anzahl der erreichten Patientinnen und Patienten: 573 (bis Ende Juni)
    • Anzahl der eingesetzten Sozialbetreuerinnen und -betreuer: 144 (bis Ende Juni)
    • Anzahl der bereitgestellten Rollstühle: 392
    • Anzahl der bereitgestellten Gehhilfen: 200
    • Anzahl der bereitgestellten Toilettenstühle: 100
    • Anzahl der bereitgestellten Pflegebetten: 65
    • Anzahl der Übungspuppen für Ausbildungszwecke in der häuslichen Pflege: 30

    DRK-Unterstützung des URK in der Ostukraine

    • Anzahl der verteilten Einkaufsgutscheine an Binnenvertriebene (überwiegend im Osten): 24.982
    • Anzahl der bereitgestellten Einsatzrucksäcke zur Erstversorgung und Evakuierung von Verwundeten für die Nothilfe-Teams des URK: 500

    Weitere DRK-Unterstützung des URK im ganzen Land

    • Anzahl der bereitgestellten Fahrzeuge: 52
    • Anzahl der bereitgestellten Übungspuppen für Erste-Hilfe-Trainings: 66

     

6 Monate Krieg in der Ukraine: DRK stärkt Gesundheitsversorgung und Winterhilfe

Der seit sechs Monaten andauernde Krieg in der Ukraine fordert weiter unzählige Opfer. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war schon vor der Eskalation des Konflikts im Land aktiv und hat sein Engagement seither stark ausgebaut. „Der bewaffnete Konflikt in der Ukraine und die Folgen sind eine Katastrophe für jeden einzelnen Menschen aus der betroffenen Zivilbevölkerung. Zusammen mit dem Ukrainischen Roten Kreuz und der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung konzentrieren wir uns vor allem auf unmittelbare Soforthilfe und die Gesundheitsversorgung für besonders gefährdete Gruppen wie… Weiterlesen

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Pandemische Szenarien wie die Covid-19 Lage, Extremwetterereignisse wie die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021, geopolitische Herausforderungen wie der Ukraine Krieg – diese Beispiele unterstreichen die wachsenden Herausforderungen an die Einsatz- und Anpassungsfähigkeit des Bevölkerungsschutzes. Angesichts der dynamischen Entwicklung komplexer, sich überschneidender Krisen betont das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Notwendigkeit, den Bevölkerungsschutz in Deutschland weiter zu stärken. „Um den Herausforderungen multipler und langanhaltender Krisen gerecht zu werden, müssen wir unsere… Weiterlesen

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Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni mahnt das Deutsche Rote Kreuz (DRK), neben dem Krieg in der Ukraine andere Krisen nicht aus dem Blick zu verlieren. „Das DRK ist in der Ukraine, den Nachbarländern wie auch in Deutschland in der Hilfe für Geflüchtete aktiv“, sagt DRK-Generalsekretär Christian Reuter. „Darüber hinaus unterstützen wir geflüchtete Menschen in vielen Krisenregionen weltweit, beispielsweise Menschen aus Venezuela und Syrien, Geflüchtete und Binnenvertriebene in Bangladesch im Sudan, Jemen und in Uganda.“ Weiterlesen

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Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) begrüßt die Einigung von Bund und Ländern auf den „Stärkungspakt Bevölkerungsschutz“ zum Abschluss der Innenministerkonferenz. „Der Bevölkerungsschutz in Deutschland muss umfassend modernisiert, für die neue Bedrohungslage ausgerichtet und dafür ausgestattet werden“, sagt DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt. „Dabei sind die in Aussicht gestellten zehn Milliarden des Bundes und die geplanten Investitionen der Länder erste wichtige Schritte, nachdem wir schon länger fordern, 0,5 Prozent des Bundeshaushaltes in die Krisenvorsorge zu investieren“, sagte DRK-Präsidentin… Weiterlesen

RETTmobil International 2022 - DRK: Zukunftsfähigkeit des Rettungsdienstes stärken

Der Krieg in der Ukraine stellt auch das deutsche Rettungswesen vor besondere Herausforderungen. Der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) unterstützt die Versorgung und den Transport von verletzen oder pflegebedürftigen Menschen, die in der Ukraine nicht mehr vollumfänglich betreut werden können. „Dabei sind wir mit organisationseigenen Fahrzeugen, Rettungsmitteln und Personal im Einsatz, ohne die Versorgung im eigenen Land zu gefährden. Dies funktioniert nur, weil wir im DRK die Ressourcen des Regelrettungsdienstes, wo immer möglich, auch mit den überwiegend ehrenamtlichen… Weiterlesen

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FAQ Ukraine-Krise - Fragen und Antworten (Stand: 28.03.2022)

  • Privates ehrenamtliches Engagement

    Wer sich in Deutschland für ankommende ukrainische Geflüchtete engagieren möchte, der wendet sich am besten an die örtlichen Behörden und gern auch an die örtlichen DRK-Gliederungen. Sie können am besten einschätzen, welche Hilfe sinnvoll ist und aktuell gebraucht wird. Es wird mit Sicherheit über längere Zeit Hilfe benötigt werden.

  • Gibt es Hilfsbörsen/-plattformen, die durch das DRK organisiert werden?

    Der Bundesverband des DRK kann derzeit eine solche Plattform nicht bereitstellen.

    Berlin: https://berlin4ukraine.notion.site/

  • Kann man als Privatperson Geflüchtete aufnehmen?

    Eine potenzielle Aufnahme von geflüchteten Personen aus der Ukraine und deren Unterbringung wird regional bis kommunal geregelt und organisiert. Interessierte Privatpersonen, die dabei unterstützen wollen, sollten sich bitte an die lokalen Behörden und koordinierenden Stellen wenden und ihr Angebot dort anbringen. Das ist vor allem auch wichtig mit Blick auf Fälle von Gefährdung und Ausbeutung, insbesondere von Frauen und Minderjährigen, von denen leider im Zusammenhang mit privaten Unterbringungsangeboten auch immer wieder berichtet wird. Bei unbegleiteten Kindern und Jugendlichen muss auf jeden Fall die Jugendwohlfahrt informiert werden.

    Berlin: https://elinor.network/gastfreundschaft-ukraine/

    Hamburg: http://bhfi.de/vorbereitungen-fuer-kriegsfluechtlinge-aus-der-ukraine-treffen/ oder ukrainehelfen(at)bhfi.de

  • Wo bekommen geflüchtete Menschen aus der Ukraine, die in Deutschland ankommen, wichtige Informationen auf Ukrainisch?
  • Wo erhalten geflüchtete Menschen aus der Ukraine und Helfer Informationen zur Corona-Schutzimpfung auf Ukrainisch?
  • Wie kann ich helfen?

    Wir wissen, dass die Betroffenheit angesichts der entsetzlichen Ereignisse in der Ukraine auch in der deutschen Bevölkerung groß ist und der Wunsch, den betroffenen Menschen Unterstützung zu bieten, ebenso. Das Deutsche Rote Kreuz bittet um Spenden für die Menschen in der Ukraine und hat dafür folgenden zentralen Spendenzweck eingerichtet: „Nothilfe Ukraine“. https://www.drk.de/nothilfe-ukraine

  • Sachspenden

    Die Not der Menschen und damit ihr Bedarf an Unterstützung ist groß. Damit Hilfe tatsächlich ankommt, bitten uns unsere Schwestergesellschaften sehr eindringlich darum, die stark beanspruchten Logistik- und Hilfeleistungsstrukturen nicht zu blockieren. Gut gemeinte, aber nicht abgestimmte Lieferungen füllen Lagerhäuser, binden Transport- und Sortierkapazitäten. Sie helfen leider nicht, sie behindern die humanitäre Arbeit vor Ort. Die Zentralen des Polnischen und Ukrainischen Rotes Kreuz haben in einem Appell an ihre Schwestergesellschaften darauf hingewiesen, dass keinerlei Kapazitäten zur Annahme nicht abgesprochener und nicht angeforderter Hilfslieferungen und Unterstützungsangebote bestehen. Auch die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) haben darauf hingewiesen, dass unkoordinierte Lieferungen und Hilfe zu einem Infarkt lebenswichtiger Versorgungslinien führen. Wir bitten alle DRK-Verbandsgliederungen, dies zu berücksichtigen und Hilfsangebote ausschließlich über das DRK-Generalsekretariat zu planen und in der aktuellen Lage nicht direkt Kontakt zu Schwestergesellschaften aufzunehmen. Das gilt auch für Güter, die auf den Mobilisierungslisten der IFRC veröffentlicht werden.

    Im Gegensatz zu privat organisierten Hilfslieferungen ist ein Hilfstransport des Deutschen Roten Kreuzes (https://www.drk.de/presse/pressemitteilungen/meldung/drk-hilfstransport-fuer-ukrainische-bevoelkerung-unterwegs-nach-polen/) eine innerhalb der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung im Vorfeld genauestens abgestimmte humanitäre Hilfsmaßnahme, die zielgerichtet auf einen tatsächlich gemeldeten Bedarf der relevanten Schwestergesellschaften reagiert.

  • Geldspenden

    Geldspenden sind gegenüber Sachspenden eine deutlich effektivere Art der Hilfe. Der große Vorteil von Geldspenden ist, dass die bedachte Organisation damit die Möglichkeit hat, die Verwendung der Mittel flexibel sich ändernden Verhältnissen und einer sich verändernden Bedarfslage in den betroffenen Gebieten anzupassen. Was in sich sehr schnell ändernden Situationen wie aktuell in der Ukraine, absolut erforderlich ist. So kann letzten Endes noch besser sichergestellt werden, dass die Gelder in den Bereichen eingesetzt werden können, in denen der Bedarf – mit Blick auf das Tätigkeitsspektrum des Roten Kreuzes – jeweils am größten ist.

    https://www.drk.de/nothilfe-ukraine

    oder

    IBAN: DE63370205000005023307
    BIC: BFSWDE33XXX
    Stichwort: Nothilfe Ukraine

  • Hilfsangebote von Ärztinnen und Ärzten, Notfallsanitäterinnen und -sanitätern sowie Krankenpflegerinnen und -pflegern und sonstigem Gesundheitspersonal (z.B. Hebammen):
    • Wir sind sehr dankbar für Ihr Angebot, in dieser schweren Krise mit dem Deutschen Roten Kreuz in der Ukraine zu arbeiten.
    • Aufgrund des bewaffneten Konflikts in der Ukraine und der vielerorts stattfindenden Kampfhandlungen besteht momentan noch keine Möglichkeit, sicher Bedarfe im Bereich des Gesundheitswesens zu erheben und zu bewerten oder gar medizinisches Personal in das Kriegsgebiet zu entsenden. Unsere Fürsorgepflicht gegenüber unseren Freiwilligen und Mitarbeitenden gebietet uns, für bestmöglichen Schutz und Sicherheit zu sorgen. Das ist momentan leider noch nicht möglich.
    • Daher liegt dem DRK auch noch kein Hilfeersuchen für Gesundheitspersonal von unserer Schwestergesellschaft vor Ort, Ukrainischen Roten Kreuz, oder unseren Internationalen Rotkreuz-Partnern (Internationale Föderation oder IKRK) vor.
    • Das DRK hält bereits jetzt unter anderem Gesundheitspersonal vor, um in Sofort- und Nothilfeeinsätzen reagieren zu können und unter anderem mit einem mobilen Krankenhaus die Gesundheitsversorgung der von Krisen und Katastrophen betroffenen Bevölkerung zu sichern.
    • Dieses Gesundheitspersonal, aber auch Personal in den Bereichen Wassertechnik, Logistik, Finanzen usw. sind Teil des DRK-Sofort- und Nothilfepersonalpool (Surge Roster).
    • Um Teil des Rosters zu werden, müssen Interessierte eine Zahl an verpflichtenden Online- und Präsenztrainings absolvieren, die vom DRK und seinen Schwestergesellschaften angeboten werden.
    • Vor allem bei Einsätzen in Krisengebieten ist ein spezielles Sicherheitstraining im Vorfeld eines Einsatzes essenziell.
    • Der DRK-Trainingskalender sowie weitere Informationen zu den Voraussetzungen, gesuchten Profilen und verpflichtenden Online- und Präsenztrainings sind hier abrufbar: https://www.drk.de/en/be-involved/training-programme-for-international-deployments/
    • Interessierte können ihr Profil an das DRK übermitteln und sich auf Trainings bewerben. Wichtig: Kontaktdaten und Lebenslauf müssen auf Englisch vorliegen.
    • Weitere Fragen können gerne an surge(at)drk.de gerichtet werden.

     

    In der Ukraine finden derzeit schwere Kampfhandlungen statt. Wie das Auswärtige Amt raten auch wir dringend von einer Reise in die Ukraine ab.

  • Anfragen von Unternehmen
    • Anfragen von Unternehmen zu Spenden oder Kooperation können an unternehmen(at)drk.de gerichtet werden.
  • Wie kann ich mich engagieren, wenn ich momentan kein Geld spenden kann?

    Neben zahlreichen anderen Organisationen können sich Interessierte natürlich auch in den örtlichen DKR-Verbänden ehrenamtlich engagieren. Es wird mit Sicherheit über längere Zeit hinweg Hilfe benötigt, auch im Hinblick auf die Menschen, die aufgrund des bewaffneten Konflikts gezwungen sind, ihre ukrainische Heimat zu verlassen haben und auf der Flucht sind.

  • Wo kann ich Unterstützung für betroffene Freunde und Familienangehörige in der Ukraine bekommen?

    Wir verstehen, dass die Sorge und Angst um Familienangehörige, Freunde und Bekannte in der Ukraine und auf der Flucht unvorstellbar groß sind. Rechtliche Fragen zur Situation in Deutschland, beispielsweise zum Status geflüchteter Personen aus der Ukraine, können an flucht-migration(at)drk.de gerichtet werden.

    Suchanfragen – auch wenn im Augenblick keine aktive Suche in der Ukraine möglich ist – werden vom DRK-Suchdienst, also von allen DRK-Suchdienst-Beratungsstellen auf allen DRK-Verbandsebenen, entgegengenommen: https://www.drk-suchdienst.de/


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    Leider können wir als Rotes Kreuz in dieser akuten Situation des bewaffneten Konflikts keine Form der Einzelfallhilfe leisten. Wir bemühen uns gemeinsam mit unserer Schwestergesellschaft, dem Ukrainischen Roten Kreuz, humanitäre Hilfe nach dem Maß der Not zu organisieren. Das Rote Kreuz hat derzeit keine Möglichkeit, eine sichere Passage zu organisieren.

    Deutsche Staatsangehörige können sich hier auf den Seiten des Auswärtigen Amts informieren:

    https://www.auswaertiges-amt.de/de/service/UKR

    Auch hat das Auswärtige Amt eine Hotline für deutsche Staatsangehörige geschaltet:

    +49 30 5000 3000
     

  • Wo kann ich bei Eigenbetroffenheit, zum Beispiel aufgrund von familiären Beziehungen in die Ukraine, Unterstützung in Anspruch nehmen?

    Bei Bedarf nach rechtlicher oder auch psychosozialer Unterstützung für Betroffene können Sie sich gerne an die Migrationsberatungsstellen des DRK oder auch der anderen Wohlfahrtsverbände vor Ort wenden: https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/migration-integration-und-teilhabe/migration-und-integration/

  • Wie ist die Lage in der Ukraine? Ist das DRK vor Ort?

    Der Krieg in der Ukraine stellt bereits jetzt eine der größten humanitären Krisen in Europa seit Ende des zweiten Weltkriegs dar, die mit ihren Folgen noch Jahre andauern wird. Innerhalb der Ukraine sind schätzungsweise 18 Millionen Menschen betroffen – das ist ein Drittel der Bevölkerung – und über 3,5 Millionen Menschen haben das Land bereits verlassen. Die Vertreibung und der Hilfsbedarf sind enorm und werden mit größter Wahrscheinlichkeit weiter anwachsen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Ukraine.

    Die Lage vor Ort ist aufgrund der aktuellen Kampfhandlungen sehr unübersichtlich. Aufgrund der sich täglich ändernden Lage vor Ort ist eine Einschätzung der Situation in den verschiedenen Landesregionen sehr schwer. Derzeit hat für die gesamte Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung der Schutz der Mitarbeitenden und Freiwilligen absolute Priorität, um darüber die eigene Arbeitsfähigkeit und das Ermöglichen von Hilfe überhaupt sicherzustellen.

    Angesichts der eskalierenden Gewalt weitet das DRK die Unterstützung seiner Schwestergesellschaft, des Ukrainischen Roten Kreuzes (URK), im Rahmen des Möglichen schrittweise aus. Dabei steht das DRK fortlaufend in enger Abstimmung mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), das derzeit mit rund 600 Mitarbeitenden vor Ort ist, und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC). Zurzeit sind vier Nothilfeexperten des Deutschen Roten Kreuzes für die Koordination der Hilfen mit unseren Partnern in der Ukraine im Einsatz.

    Das DRK arbeitet seit dem Reaktorunglück in Tschernobyl 1986 eng mit dem URK zusammen. Seit dem Ausbruch des bewaffneten Konfliktes in der Ostukraine im Jahr 2014 unterstützen wir unsere Kolleginnen und Kollegen im Osten des Landes, seit 2017 vor allem mit Bargeldhilfen für besonders bedürftige Menschen, denen wir Unterstützung für den täglichen Lebensunterhalt bieten.

     

    Weitere und aktuelle Informationen unter: https://www.drk.de/hilfe-weltweit/wo-wir-helfen/europa/ukraine-krise-humanitaere-hilfe/

  • Wie bewertet das DRK sogenannte humanitäre Korridore?

    Das Rote Kreuz begrüßt jede Initiative, die dem Schutz der Zivilbevölkerung dient und ihr eine Pause von der Gewalt verschafft. Sogenannte humanitäre Korridore müssen von den Konfliktparteien jedoch gut geplant und auch sicher umgesetzt werden. Nach dem humanitären Völkerrecht sind Konfliktparteien verpflichtet, Menschen, die umkämpfte Gebiete freiwillig verlassen wollen, eine sichere Evakuierung zu ermöglichen.

    Was auch immer die Konfliktparteien zur Evakuierung von Menschen aus umkämpften Gebieten vereinbaren, das humanitäre Völkerrecht muss grundsätzlich fortgelten: Die Kriegsparteien müssen weiterhin die Zivilbevölkerung sowie Kriegsgefangene und die zivile Infrastruktur schützen, um Trinkwasser, Energie- und Nahrungsmittelversorgung zu gewährleisten. Humanitärer Zugang für neutrale und unparteiisch handelnde Hilfsorganisationen wie das Ukrainische Rotes Kreuz und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz muss ermöglicht werden. Das bedeutet, dass diejenigen, die bleiben wollen oder schwer evakuiert werden können – wie etwa ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen – von Angriffen unbedingt verschont bleiben müssen. Außerdem müssen auch alle Zivilisten außerhalb sogenannter humanitärer Korridore weiterhin geschützt werden.

  • Welche Hilfe leistet das DRK gemeinsam mit dem Ukrainischen Roten Kreuz im Land selbst und im Rahmen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung in den Nachbarländern?
  • Welche Hilfe leistet das DRK gemeinsam mit dem Ukrainischen Roten Kreuz im Land?
    • Ein erster Hilfskonvoi des DRK mit 88 Tonnen Hilfsgütern, transportiert mit 5 LKWs ins polnische Lublin, umfasste 3.280 Feldbetten, 4.680 Isomatten und mehr als 750 Hygienepakete, die jeweils für die Versorgung eines fünfköpfigen Haushalts für einen Monat ausgelegt sind. Die Hilfsgüter sollen sowohl Menschen in der Ukraine als auch Ukrainerinnen und Ukrainer auf der Flucht zugutekommen. Erste Hilfsgüter wurden bereits ins ukrainische Lviv weitertransportiert.
    • Weitere Hilfsgüter werden derzeit beschafft und sowohl für die mit dem Polnischen Roten Kreuz gemeinsam betriebene Versorgungslinie Polen-Ukraine wie auch der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften für ihre Lieferungen in die Ukraine über Ungarn bereitgestellt.
    • Das DRK hat mehrere Nothilfeexperten zur Unterstützung des Ukrainischen Roten Kreuzes und des Polnischen Roten Kreuzes entsendet.
  • Können medizinische Bedarfslisten von deutschen Krankenhäusern und Privatpersonen, die über individuelle Kontakte Informationen aus der Ukraine beziehen, vom DRK bedient werden?

    Schon jetzt sehen wir in der Ukraine viel Leid und vielerorts einen Mangel an Grundversorgung. Wir arbeiten mit dem Ukrainischen Roten Kreuz und den anderen Partnern der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung zusammen, um eine stete Versorgungslinie für die Lieferung und Verteilung essenzieller Hilfsgüter in der Ukraine einzurichten. Eine Logistikanstrengung dieser Größenordnung braucht jedoch Zeit, bis bei der derzeitigen Sicherheitslage ausreichend Kapazitäten aufgebaut werden können.

    Wichtig ist daher für uns vor allem die gut abgestimmte Koordination der Hilfe, die unerlässlich ist in derart chaotischen und von Leid geprägten Situationen. Koordination ist fester Bestandteil unserer Zusammenarbeit innerhalb der Bewegung: mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften und selbstverständlich den betroffenen Schwestergesellschaften. Wir reagieren daher stets auf Hilfeanfragen der Schwestergesellschaften, des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz oder der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften im Rahmen fest etablierter Krisenkoordinationsmechanismen. Die Beantwortung individueller Anfragen ist derzeit leider nicht möglich.

  • Führt das DRK oder das Ukrainische Rote Kreuz individuelle medizinische Transporte in der Ukraine durch?

    Das Ukrainische Rote Kreuz unterstützt den lokalen Zivilschutz und die Rettungsdienste bei der akuten Evakuierung der Zivilbevölkerung und leistet hierbei auch medizinische Versorgung von Verletzten. Es kann auch aufgrund der durch die Kampfhandlungen bedingten schlechten Sicherheitslage keine überörtlichen Transporte von Verletzten oder Erkrankten durchführen.

  • Liefert das DRK auch medizinische Hilfsgüter in die Ukraine?

    Das DRK baut derzeit eine Versorgungslinie für essenzielle Hilfsgüter in die Ukraine auf. Gemeinsam mit allen Teilen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung setzen wir eng koordiniert alles daran, um der Zivilbevölkerung so schnell und bedarfsgerecht zu helfen, wie es uns durch die Konfliktparteien ermöglicht wird. Bereits vor Ausbruch des Krieges hat das DRK das Ukrainische Rote Kreuz mit medizinischen Verbrauchsartikeln ausgestattet, um im Konfliktfall unverzüglich Erste Hilfe leisten zu können. Je nach Bedarf, konkreter Anforderung und Möglichkeiten werden ggf. auch medizinische Güter über das DRK und die anderen Teile der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung zur Versorgung der Zivilbevölkerung in die Ukraine geliefert werden.

  • Wo bekomme ich zuverlässige Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in der Ukraine?

    Angesichts der unübersichtlichen Lage und der sich überschlagenden Ereignisse raten wir dringend dazu, Informationsquellen kritisch zu prüfen und seriöse Informationsangebote zu nutzen, wie die Angebote etablierter Medienhäuser mit professionellen Redaktionen und ausgebildeten Journalistinnen und Journalisten oder auch die Seiten des Auswärtigen Amtes. Auch das DRK stellt auf seiner Website https://www.drk.de/ gemäß des aktuellen Kenntnisstandes Informationen zu seiner Arbeit im Land zur Verfügung.

  • Blutspende

    Derzeit erreichen uns sehr viele, privat initiierte Anfragen bezüglich möglicher Lieferungen von Blutpräparaten beziehungsweise Blutspende-Materialien (Blutbeutelsysteme) in die Ukraine.

    Nach aktuellem Stand besteht der Bedarf in den Krankenhäusern der Ukraine mehrheitlich in der Bereitstellung von Blutentnahmesystemen und weiteren Materialien für eine Blutspende vor Ort. Die DRK/BRK Blutspendedienste stehen in intensivem Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen des Ukrainischen Roten Kreuzes sowie den entsprechenden Stellen und Blutbanken auf europäischer Ebene, um die Bedarfe zu bündeln und entsprechendes Material auf Anfrage schnellstmöglich zur Verfügung stellen zu können.

    Ein koordiniertes, mit den Einsatzkräften vor Ort eng abgestimmtes Vorgehen ist zwingende Voraussetzung, damit benötigte Unterstützung ihr Ziel auch sicher erreichen kann.

    Die DRK/BRK Blutspendedienste halten die Unterstützung mit Materialien zur Durchführung von Blutspenden in der Ukraine in der derzeitigen Situation für zielführender als die Durchführung von zusätzlichen Blutspendeaktionen in Deutschland, weil die Spendebereitschaft in der Ukraine momentan noch groß ist und es aktuell keine Möglichkeit gibt, Blutkonserven aus Deutschland sicher und gekühlt an den Bestimmungsort zu bringen.

    Sollten verletzte und verwundete Menschen aus der Ukraine in Deutschland medizinisch behandelt und versorgt werden, gewährleisten die DRK/BRK-Blutspendedienste die Belieferung der Kliniken.

    Die DRK/BRK-Blutspendedienste weisen darauf hin, dass ein kontinuierlicher Nachschub an Blutspenden unerlässlich ist, um auch in Krisensituationen sofort helfen zu können.

    Daher bitten die DRK/BRK-Blutspendedienste die vielfältigen Blutspendeangebote generell und kontinuierlich wahrzunehmen. Die Blutspende ist auch für neue Spenderinnen und Spender immer eine sehr gute Gelegenheit, sich solidarisch zu engagieren.

    Blutspendetermine in Ihrer Nähe und Informationen zur Blutspende beim Deutschen Roten Kreuz finden Sie unter: www.drk-blutspende.de.

     

  • Welche Rolle spielt das humanitäre Völkerrecht?

    Angesichts der sich tagtäglich intensivierenden militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine ruft das Deutsche Rote Kreuz gemeinsam mit der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung alle Konfliktparteien mit der größten Dringlichkeit dazu auf, das humanitäre Völkerrecht zu achten. Der Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur muss zu jeder Zeit an allererster Stelle stehen. Auch humanitäre Helferinnen und Helfer müssen geschützt werden und ihr Zugang zur betroffenen Bevölkerung muss dauerhaft sichergestellt sein.

    Weitere Informationen unter: https://www.drk.de/das-drk/auftrag-ziele-aufgaben-und-selbstverstaendnis-des-drk/humanitaeres-voelkerrecht-im-kontext-des-drk/

  • Wieso darf nicht jeder, der helfen will, das Rote Kreuz als Zeichen beispielsweise für einen Hilfstransport nutzen?

    Das DRK ist ebenso wie die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung alarmiert, dass private Helferinnen und Helfer ihre Transporte vermehrt mit dem Schutz- und Kennzeichen des Roten Kreuzes versehen. Das ist ein klarer Missbrauch des Rotkreuz-Zeichens, der scharf zu verurteilen ist. Die Verwendung des Roten Kreuzes, des Roten Halbmondes und des Roten Kristalls ist nach den Genfer Abkommen wie auch in deutschen Gesetzen streng reglementiert. Das Symbol darf in Kriegssituationen zu Identifikations- und Schutzzwecken nur von den Sanitätsdiensten und dem Seelsorgepersonal der Streitkräfte, von Krankenhäusern sowie von anerkannten neutralen und unparteiischen Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz verwendet werden und dient der Sicherheit der humanitären Helfer sowie dem Schutz der von ihnen versorgten betroffenen Zivilbevölkerung.

  • Unterstützt das IKRK bei der Durchführung von Zwangsevakuierungen?

    Das IKRK unterstützt unter keinen Umständen die Planung oder Durchführung von Zwangsevakuierungen. Das trifft auf jeden Kontext zu, in dem das IKRK arbeitet. Es würde nie Maßnahmen unterstützen, die sich gegen den Willen der betroffenen Menschen und die Rotkreuz-Grundsätze richten.

    Das IKRK war bisher (Stand: 27.03.2022) an zwei Evakuierungen von Menschen in der Ukraine beteiligt – sie fanden in Sumy am 15. und 18. März statt. Dabei unterstützte das IKRK die freiwillige sichere Evakuierung von Zivilisten aus der Stadt. In beiden Fällen nutzten die Menschen freiwillig Busse, die sie in eine andere Stadt, Lubny, brachten.

  • Versucht das IKRK ein Büro in Russland zu eröffnen, um evakuierte Ukrainerinnen und Ukrainer zu identifizieren?

    Das IKRK will kein Büro in Südrussland eröffnen, um Ukrainerinnen und Ukrainer dorthin zu bringen oder „herauszufiltern“, wie viele Berichte behaupten. Diese Berichte entsprechen nicht den Tatsachen und könnten großen Schaden für das IKRK und seine Mitarbeitenden bedeuten.

    Das IKRK hat seine Hilfsmaßnahmen weiter ausgebaut, indem zusätzliche Teams sowohl in die Ukraine als auch in die Nachbarländer, wie Ungarn, die Republik Moldau, Polen, Rumänien und Russland, entsandt wurden, um die Einsätze des IKRK zu unterstützen und wirksam und ortsnah auf den humanitären Bedarf reagieren zu können. Als Teil dieses regionalen Ausbaus der Aktivitäten ist auch im Gespräch, ein Büro in Rostov in Südrussland zu eröffnen, wo es derzeit noch kein Büro des IKRK gibt.

    Warum ist IKRK-Präsident Peter Maurer nach Moskau gereist?

    Das IKRK spricht mit ALLEN an einem bewaffneten Konflikt beteiligten Parteien – das ist das Mandat und die Rolle des IKRK in bewaffneten Konflikten gemäß der Genfer Konventionen. Die humanitären Auswirkungen des bewaffneten Konflikts in der Ukraine nehmen einen großen Stellenwert in der weltweiten Arbeit des IKRK ein und das IKRK tut sein Möglichstes, um das Leid der betroffenen Menschen zu lindern sowohl durch humanitäre Hilfe als auch durch diplomatische Anstrengungen.

    Als Teil dieser diplomatischen Bemühungen reiste Peter Maurer, der Präsident des IKRK, in die Ukraine und nach Russland, wo er Regierungsvertreter beider Länder traf, um mit ihnen über zentrale humanitäre Themen zu sprechen.

    In Kiew traf sich Peter Maurer mit dem Premierminister Denys Shmyhal, dem Vize-Premierminister, dem Minister für Verteidigung und Infrastruktur und dem Bürgermeister von Kiew, um den aktuellen humanitären Bedarf zu besprechen. Er hat sich ebenfalls mit Maksym Dotsenko, dem Generalsekretär des Ukrainischen Roten Kreuzes, und Illya Kletskovskyy, dem Vize-Generalsekretär des URK, getroffen.

    Peter Maurer reiste anschließend nach Moskau, wo er sich mit dem Außenminister Sergej Lawrow und dem Vize-Verteidigungsminister Generaloberst Alexander Fomin traf. Er traf auch Pavel Savchuk, den Präsidenten des Russischen Roten Kreuzes, und die Menschenrechtsbeauftragte Tatyana Moskalkova.

  • Warum trifft sich das IKRK während eines bewaffneten Konflikts mit Regierungsvertretern?

    Als neutrale, unparteiische humanitäre Organisation hat das IKRK das Mandat, mit ALLEN beteiligten Parteien des Konflikts zu sprechen, um die Wahrung des humanitären Völkerrechts einzufordern, das Leben von Zivilisten zu schützen und sicherzustellen, dass humanitäre Hilfe bei denen ankommt, die sie am dringendsten benötigen.

    Gemäß seinem Mandat ist es für die Arbeit des IKRK unverzichtbar, mit allen Entscheidungsträgern zu sprechen, die in einem bewaffneten Konflikt Einfluss auf das Leben von betroffenen Menschen ausüben sowie auf die Möglichkeit, diese mit humanitärer Hilfe zu erreichen. Auf diese Weise betreibt das IKRK humanitäre Diplomatie und engagiert sich in bilateralem und vertraulichem Dialog überall auf der Welt, im Zusammenhang mit jedem Konflikt, in dem es humanitäre Hilfe für die betroffenen Menschen leistet.

     

  • Welche Rolle nimmt das DRK in der Ukraine-Krise innerhalb der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung ein?

    Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist Teil der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, dem größten humanitären Netzwerk der Welt mit 17 Millionen Freiwilligen. Die Bewegung setzt sich zusammen aus 192 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC).

    In Krisensituationen unterstützt das DRK gemäß dem Grundsatz der Universalität seine Schwestergesellschaften bedarfsorientiert auf neutrale und unparteiische Weise. Derzeit leisten wir humanitäre Hilfe in Unterstützung unserer Schwestergesellschaften in der Ukraine, in Polen und der Republik Moldau sowie der IFRC und des IKRK. Diese Unterstützung erfolgt in Reaktion auf konkrete Anfragen aus der Bewegung im Rahmen der Möglichkeiten des DRK.

    Gemäß der Genfer Konventionen hat das IKRK ein spezifisches Mandat zur Leistung von humanitärer Hilfe und zum Schutz ziviler Personen und Kriegsgefangener in bewaffneten Konflikten und daher auch besondere Rechte, mit allen Parteien eines bewaffneten Konflikts in einen humanitären Dialog zu treten.

  • Wortwahl im DRK: Krieg vs. bewaffneter Konflikt

    Das DRK spricht in seiner öffentlichen Kommunikation regelmäßig von bewaffneten Konflikten, nicht von Kriegen. Das Rote Kreuz folgt damit aus inhaltlichen Erwägungen heraus der Fachsprache des humanitären Völkerrechts. Die für das humanitäre Völkerrecht und damit auch für das humanitäre Mandat des Roten Kreuzes maßgeblichen Genfer Konventionen unterscheiden internationale bewaffnete Konflikte von anderen Formen gewaltsamer Konfliktaustragung wie etwa innerstaatlichen bewaffneten Konflikten.

    Update: In Reaktion auf und in Übereinstimmung mit den neuesten kommunikativen Leitlinien des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz können auch wir im DRK mit Blick auf die gegenwärtige Lage in der Ukraine von einem Krieg sprechen – diese Anpassung folgt der Kommunikation des IKRK angesichts der fortdauernden Massivität des Kampfgeschehens im Land.

    Weitere Informationen unter: https://www.drk.de/das-drk/auftrag-ziele-aufgaben-und-selbstverstaendnis-des-drk/humanitaeres-voelkerrecht-im-kontext-des-drk/

     

  • Warum spricht das Deutsche Rote Kreuz nicht von einem Krieg?

    Das DRK spricht in seiner öffentlichen Kommunikation regelmäßig von bewaffneten Konflikten, nicht von Kriegen. Das Rote Kreuz folgt damit aus inhaltlichen Erwägungen heraus der Fachsprache des humanitären Völkerrechts. Dort wird der Begriff „Krieg“ nicht verwendet. Die für das humanitäre Völkerrecht und damit auch für das humanitäre Mandat des Roten Kreuzes maßgeblichen Genfer Konventionen unterscheiden bewaffnete internationale Konflikte von anderen Formen gewaltsamer Konfliktaustragung wie etwa innerstaatlichen bewaffneten Konflikten.

    Weitere Informationen unter: https://www.drk.de/das-drk/auftrag-ziele-aufgaben-und-selbstverstaendnis-des-drk/humanitaeres-voelkerrecht-im-kontext-des-drk/