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Angesichts des weiterhin andauernden Kriegs in der Ukraine werden die Not und das Leid der betroffenen Bevölkerung sowohl im Land als auch auf der Flucht und damit ihr Bedarf an humanitärer Hilfe immer dringlicher und größer.

 

Ukraine-Krise: Humanitäre Hilfe

Angesichts der unübersichtlichen Lage und der sich überschlagenden Ereignisse raten wir dringend dazu, Informationsquellen kritisch zu prüfen und seriöse Informationsangebote zu nutzen.

Das DRK stellt auf seiner Website https://www.drk.de/hilfe-weltweit/wo-wir-helfen/europa/ukraine-krise-humanitaere-hilfe/ gemäß dem aktuellen Kenntnisstand Informationen zu seiner Arbeit im Land zur Verfügung.

Spenden Sie für Menschen in Not auf Nothilfe Ukraine 

IBAN: DE63370205000005023307 
BIC: BFSWDE33XXX 
Stichwort: Nothilfe Ukraine

DRK-Hotline

Für externe Anfragen zur Ukraine-Lage sowie Angebote zu unterschiedlichen Hilfeleistungen wurde zwischenzeitlich eine „DRK-Hotline“ eingerichtet.

Rufnummer + 49 (0)30 85404 111

Ukraine-Krise: Aktivitäten des DRK e.V. im In- und Ausland (Stand: Berlin, den 18.08.2022)

  • Spendenmittelverwendung

    Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war bereits vor der massiven Eskalation des bewaffneten Konflikts in der Ukraine und zuvor insbesondere im Osten des Landes aktiv. Die seit der Eskalation ab dem 24. Februar eingehenden Spendengelder kommen in vielfältiger Weise der humanitären Arbeit des DRK im Verbund mit seinen Schwestergesellschaften, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) zugute. Abhängig von der Sicherheitslage und den Zugangsmöglichkeiten sowie in enger Abstimmung mit seinen Partnern baut das DRK seine Aktivitäten in der Ukraine und den Nachbarländern schrittweise und bedarfsgerecht weiter aus.

    In den ersten Wochen lag der Fokus auf Sofort- und Nothilfemaßnahmen wie der Lieferung von Hilfsgütern und dem Aufbau einer Versorgungslinie zwischen dem polnischen Lublin und dem ukrainischen Lwiw zur Unterstützung betroffener Menschen in der Ukraine oder auf der Flucht. In Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Roten Kreuz (URK) unterstützt das DRK auch die Verteilung von Einkaufsgutscheinen an tausende vertriebene und evakuierte Menschen im Osten des Landes.

    Das DRK unterstützt zudem beim Struktur- und Kapazitätsaufbau seiner Schwestergesellschaften, um die dauerhafte Versorgung von betroffenen Menschen in der Ukraine bzw. den Nachbarländern weiter bedarfsgerecht leisten zu können. Derzeit liegt der Schwerpunkt auf der Gesundheitsversorgung in verschiedenen Teilen des Landes. Dies umfasst die Bereitstellung von Teilen eines mobilen Krankenhauses, Materialien für die gesundheitliche Erstversorgung, den Transport besonders vulnerabler Personengruppen wie älterer Menschen und Menschen mit Behinderungen, den Betrieb mobiler Gesundheitseinrichtungen sowie häusliche Besuchs- und Pflegedienste.

    Zur mittel- und langfristigen Absicherung seines humanitären Engagements und angesichts des auf lange Sicht anhaltend hohen humanitären Bedarfs benötigt das DRK weiterhin Spendengelder für seine Arbeit. Seit Ende März fließen 20 Prozent der eingeworbenen Spenden für die Ukraine-Nothilfe in die Inlandsaktivitäten der DRK-Landes- und Kreisverbände sowie Ortsvereine und der DRK- und BRK-Schwesternschaften für geflüchtete Menschen aus der Ukraine.

     

  • Internationale Zusammenarbeit
    • Angesichts des nun seit sechs Monaten andauernden Konflikts baut das DRK die Unterstützung für seine Schwestergesellschaften in der Ukraine und in den benachbarten Ländern weiter aus. Mit Blick auf den kommenden Herbst und Winter wird erwartet, dass sich die humanitäre Situation zusätzlich verschärft.
    • In der Ukraine unterstützt das DRK das URK beim nachhaltigen Struktur- und Kapazitätsaufbau insbesondere im Gesundheitsbereich durch den Betrieb mobiler Gesundheitseinrichtungen sowie den Ausbau des häuslichen Besuchs- und Pflegedienstes in den Oblasten Odessa, Lwiw, Rivne und Volyn sowie in Kiew- Stadt.
    • So erhielten im Rahmen der häuslichen Besuchs- und Pflegedienste bisher insgesamt 573 Menschen, vor allem Ältere, Bettlägerige und Menschen mit Behinderungen, Unterstützung durch insgesamt 144 soziale Helferinnen und Helfer in den oben genannten Oblasten.
    • Neben dem Personaleinsatz werden Pflegehilfsmittel, wie z. B. Rollstühle, Gehhilfen, Toilettenstühle und Pflegebetten bereitgestellt.
    • Mit knapp 1,3 Millionen Euro beteiligt sich das DRK in der Ukraine an einem speziellem Hilfsangebot für Binnenvertriebene: Zusammen mit dem URK wurden national gültige Einkaufsgutscheine für 20.125 Personen beschafft und in Dnipro, Zaporizhia, Poltava, Kirovograd, Cherkasy und Zhytomyr verteilt, vor allem an Familien mit Kindern, schwangere Frauen, Menschen mit Behinderungen und ältere Personen.
    • Das DRK setzt seine Unterstützung in diesem Bereich mit weiteren 1,1 Millionen Euro fort und verteilte gemeinsam mit dem URK nochmal 4.857 Einkaufsgutscheine an Binnenvertriebene in den Gebieten Kryvyi Rig, Sumy, Vinnitsya, Kyrovohrad, Trostyanets und Uman.
    • Darüber hinaus unterstützt das DRK das URK fortlaufend und bedarfsgerecht mit der Bereitstellung von Hilfsgütern bei der landesweiten Versorgung von Hilfsbedürftigen, zuletzt mit 500 Notfallrucksäcken, bestückt mit Material nach Vorgaben der IFRC, im Wert von rund 480.000 Euro. Diese Rucksäcke werden an die Nothilfe-Teams des UKR übergeben, die im Osten der Ukraine im Rahmen der Erstversorgung und Evakuierung von Verwundeten im Einsatz sind.
    • Die Unterstützung des Polnischen Roten Kreuzes (PRK) durch das DRK umfasst vor allem: 1.) den Kapazitätsaufbau des PRK, um bestehende Nothilfekapazitäten weiter zu stärken und zu professionalisieren; 2.) die Lieferung und Logistik von Hilfsgütern zwischen Polen und der Ukraine; 3.) die erste Auszahlung von Bargeld- Leistungen im Wert von über 43.000 Euro an 536 bedürftige geflüchtete Menschen;
    • 4.) Gemeindeaktivitäten zur Förderung der Integration von Geflüchteten in Polen;

      5) die Unterstützung von Geflüchteten, die in einem Hotel in Lodz bis Ende September untergebracht sind; 6.) die anteilige finanzielle Unterstützung eines Sanatoriums in Krasnobród in der Region Lublin bei der Einrichtung einer Unterkunft für 29 ukrainische Kinder mit Behinderungen und ihren vier Erzieherinnen

    • Gemeinsam mit dem Litauischen Roten Kreuz setzt das DRK aktuell ein Bargeld- Programm zur Unterstützung der mehr als 61.500 aus der Ukraine Geflüchteten auf, die seit Beginn der Kampfhandlungen oft mit nur wenigen persönlichen Habseligkeiten in Litauen Schutz gesucht haben. Die Verteilung der Bargeldhilfen hat Ende Juli 2022 begonnen und wird in einem mehrstufigen Verteilungsplan über die nächsten Monate hinweg fortgesetzt.
    • In der Slowakei unterstützt das DRK derzeit mit zwei Personalentsendungen über das Rapide-Response-Modell der IFRC das Slowakische Rote Kreuz bei der Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine. Gemeinsam mit dem Partner vor Ort werden Bedarfsanalysen für Mietzuschüsse an vulnerable Personen durchgeführt.
    • In der Ukraine und der Republik Moldau arbeitet das DRK strategisch eng mit dem IKRK in den Bereichen medizinische Versorgung und Transport von Verletzten/Erkrankten und vulnerablen Personengruppen zusammen. Hierzu werden Rettungs- und Transportfahrzeuge samt Personal aus mehreren DRK- Landesverbänden in Rotationen eingesetzt. So konnten bisher 240 verletzte und kranke Menschen aus umkämpften Gebieten im Osten der Ukraine und 67 Menschen mit Behinderungen aus der Ukraine evakuiert werden.
    • Ebenso unterstützt das DRK mit Personal und Fahrzeugen aus diversen DRK- Landesverbänden das IKRK beim Transport von Hilfsgütern in die Ukraine.
    • Teile des mobilen Krankenhauses des DRK wurden dem IKRK zur Verfügung gestellt, um Krankenhäuser in der Ukraine gezielt unterstützen zu können.
    • Beschaffung und Bereitstellung essenzieller Hilfsgüter im Rahmen des Koordinierungssystems der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond- Bewegung im Volumen von 3 Mio. Euro
    • Das DRK entsendet fortlaufend Fachpersonal in die Krisenreaktionsmechanismen des IKRK und der IFRC zum Einsatz in der Ukraine und den Nachbarländern. Bisher sind 145 Entsendungen über das DRK realisiert worden, wobei 29 Entsendungen direkt Schwestergesellschaften und 116 Operationen des IKRK und der IFRC unterstützen.
    • Eine bilaterale Kooperation mit dem Russischen Roten Kreuz zur Unterstützung von Aktivitäten mit dem Fokus Nothilfe für Menschen aus der Ukraine konnte vereinbart und Mittel zur Verfügung gestellt werden, unter anderem für die mobile Notfallversorgung und den Transport humanitärer Hilfsgüter.

    Hintergrund Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Roten Kreuz:

    Das DRK arbeitet seit dem Reaktorunglück in Tschernobyl 1986 eng mit dem URK zusammen. Seit Ausbruch des bewaffneten Konflikts 2014 im Osten der Ukraine unterstützten wir unsere Schwestergesellschaft im Bereich der Nothilfe. Seit einigen Jahren lag der Schwerpunkt hierbei vor allem auf Bargeldhilfen für besonders bedürftige Menschen. Diese Nothilfe musste aufgrund des Krieges vorerst suspendiert werden.

  • Deutschland
    • Zwischen Ende Februar und dem 16. Juli 2022 wurden rund 909.740 aus der Ukraine geflüchtete Personen im deutschen Ausländerzentralregister (AZR) registriert. Etwa 97,3 % von ihnen sind ukrainische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger – rund 65,7 % von ihnen sind Frauen und Mädchen, bei etwa 37 % handelt es sich um Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.1
    • Mobilisierung der 110 MBE-Beratungsstellen mit 210 Beratungsfachkräften, von letzteren sind 150 auch über die DRK-Online-Beratungs-App mbeon erreichbar, um Fragen der Ankommenden aufzufangen und zu beantworten. Informationsmaterialien zur Arbeit der MBE auf Ukrainisch sind über mbe(at)drk.de erhältlich.
    • Vernetzung und Austausch auf DRK-Landes- und Kreisverbandsebene zu Aktivitäten vor Ort, u. a. Sammlung von über 80 Projektideen aus den Gliederungen für neue Programmlinien potenzieller Zuwendungsgeber oder Spendengelder
    • Schulung aller Haupt- und Ehrenamtsstrukturen im Bereich der Migrationsarbeit
    • hinsichtlich der neuen Rechtslage und Aufnahmebedingungen

    • Bündelung der Fachexpertise in den Themenfeldern Pflege, Behindertenhilfe, Jugendhilfe und Migrationsarbeit zu rechtlichen Fragestellungen bzgl. der Versorgungsituation und dem Zugang zu Leistungen, in diesem Kontext erfolgten in den letzten Wochen bereits unzählige Fachgespräche mit den betreffenden Ministerien
    • Bisher Beantwortung von über 500 eingegangenen Anfragen zum Ankommen in Deutschland über das Funktionspostfach flucht-migration(at)drk.de
    • Bereits Ende April hat das DRK eine Stellungnahme zur Bewertung von Krisen und ungleichen Behandlung von Geflüchteten veröffentlicht.
    • Bundeskontaktstelle für Geflüchtete aus der Ukraine mit Behinderungen und/oder Pflegebedarf: Das DRK betreibt seit dem 04.05. federführend und in enger Abstimmung mit Bund und Ländern die Bundeskontaktstelle für geflüchtete Menschen mit Behinderungen und/oder Pflegebedarf. Das Konzept wurde im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) erarbeitet und in den Monaten seit Beginn der Zusammenarbeit fortwährend weiterentwickelt.
      • Eine vorausschauende Planung passender Hilfsangebote ist notwendig, um die je nach Einzelfall häufig komplexen Hilfebedarfe decken zu können.
      • Die Bundeskontaktstelle stellt grundlegende Informationen rund um das Thema Flucht und Behinderung/Pflegebedarf über einen Internetauftritt sowie eine Hotline zur Verfügung. Über die Hotline und die E-Mail-Adresse konnten bereits über 1000 Beratungsanfragen bearbeitet werden (Stand 15.08.).
      • Sie fungiert als Schaltstelle der zahlreichen in das Fluchtgeschehen involvierten Akteure, an der wichtige Informationen zusammenlaufen und zügig weitergeleitet werden.
      • In Zusammenarbeit mit den für die Versorgung primär zuständigen Ländern trägt die Bundeskontaktstelle so dazu bei, schnell passende Hilfsangebote zu vermitteln. Mit der Bundeskontaktstelle wurden gleichzeitig von den Ländern 16 Landeskoordinierungsstellen aufgebaut, die die Betreuungssituation vor Ort im Blick haben und auch konkrete Unterbringungsangebote vermitteln können.
      • Mit einem Monitoring über bereits erfolgte und anstehende Transporte hilft sie dabei, das Fluchtgeschehen transparenter zu gestalten.
      • Erreichbarkeit der Bundeskontaktstelle – Tel.: 030 - 85 404 789 (montags bis freitags von 9.00 bis 17.00 Uhr), bundeskontaktstelle(at)drk.de, weitere Informationen  unter: Bundeskontaktstelle
    • Das Führungs- und Lagezentrum (FüLZ) im DRK-Generalsekretariat arbeitet aktuell als Schnittstelle zwischen den Alarmspitzen der DRK-Mitgliedsverbände und den verschiedenen Bereichen im DRK-Generalsekretariat, hierzu wird eine durchgängige Rufbereitschaft sichergestellt (unterstützt aus dem Bereich Nationale Hilfsgesellschaft durch 7 Mitarbeitende in Rotation). Alle Bereiche im DRK-Generalsekretariat sind massiv und unter Beibehaltung der regulären Ressortzuständigkeiten nahezu vollständig in die Bewältigung der komplexen Lage eingebunden. Zur Koordinierung finden regelmäßige bereichsübergreifende Lagebesprechungen unter Beteiligung von 14 Kolleginnen und Kollegen aller Bereiche statt.
    • Über das FüLZ wurden bereits mehrere Einsatzabschnitte, zahlreiche länderübergreifende Unterstützungsmaßnahmen für DRK-Landesverbände und Amtshilfeersuchen, z. B. über das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum des Bundes und der Länder (GMLZ), bearbeitet. Insgesamt wurden über das FüLZ zeitweise bis zu
      • 194 Einsatzkräfte aus verschiedenen Landesverbänden für die Hilfeleistungen koordiniert.

      • Flughafen BER Terminal 5 – Betreuung Geflüchteter in Notunterkunft (16 Einsatzkräfte im 24/7-Dienst), Zeitraum 12.03. bis 31.03.
      • Berlin Flughafen Tegel Terminal C – Aufbau Labor Betreuung 5.000, rund 1.000 Notunterkunftsplätze wurden als Pufferkapazität im Auftrag des Bundes und des Landes Berlin bereitgestellt; Übergabe an die DRK Sozialwerk Berlin gGmbH zum weiteren Betrieb ist erfolgt; seit Mitte März Sicherstellung der pflegerischen Besetzung der Mobilen Medizinischen Versorgungseinheit (MMVe) im Ankunftszentrum Tegel über die Gestellung von Mitgliedern der DRK-/BRK- Schwesternschaften; zudem Ende April Einsatz von elf Rotkreuzschwestern als ehrenamtliche Pflegefachkräfte zur Versorgung von mehr als 260 Menschen (darunter 30 mit besonderem, vor allem pflegerischen Bedarf), die aus dem Donbass über das Ankunftszentrum in Tegel aufgenommen wurden
      • Verbandslage: Aufarbeitung und Bereitstellung des DRK-Verbandslageberichts durch Lagebeiträge aus dem DRK-Generalsekretariat und den DRK- Mitgliedsverbänden
      • Ressourcenmanagement: gesamtverbandliche Abfrage und Koordinierung von einerseits vorhandenen und andererseits benötigten Ressourcen der DRK-Mitgliedsverbände
      • Beschaffung/Einkauf: Bereitstellung zusätzlich beschaffter Engpassressourcen an die DRK-Mitgliedsverbände (z. B. Feldbetten) über das Team Einsatzunterstützung
      • Transportmanagement (Logistik): Koordination nationaler und internationaler (insbesondere Polen) Hilfsgütertransporte; Überführung von Einsatzfahrzeugen (s. u.) nach Osteuropa und Transport von Einsatzmaterial im Inland
      • Bereitstellung von medizinischer Schutzausrüstung aus dem rescEU medical Stockpile des DRK im Rahmen des Europäischen Katastrophenschutzverfahrens UCPM
      • Transportmanagement (Medevac): Koordination medizinisch notwendiger Transporte von Schutzsuchenden aus Anrainerstaaten der Ukraine und im Rahmen des Kleeblatt-Konzepts im Inland; Transport von Holocaust- Überlebenden unter Beteiligung der Jewish Claims Conference und mehrerer Bundesministerien von der polnisch-ukrainischen Grenze nach Deutschland; bisher 116 Transporte mit insgesamt 180 Patientinnen und Patienten
    • Entsendung von Einsatzkräften durch das DRK an das IKRK
    • Überführung gespendeter Fahrzeuge an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz
    • Bereitstellung medizinischer Kapazitäten (Fahrzeuge und Personal) durch das DRK an das IKRK zur Unterstützung des Transportes von Patientinnen und Patienten in der Ukraine sowie Moldau; Herstellung der längerfristigen Durchhaltefähigkeit mittels des Aufbaus von Kooperationen mit anderen Schwestergesellschaften sowie der gezielten Ansprache von verbandseigenen Rettungsdienst-Gesellschaften
    • Organisationseigenes Einsatzmaterial in Voralarm und Einsatzbereitschaft, DRK- Helferinnen und Helfer sind im Rahmen des komplexen Hilfeleistungssystems umfassend in die Bewältigung der gegenwärtigen Lage eingebunden
    • Einsatz koordiniert über die DRK-Landes- und Kreisverbände:
      • Zahlreiche Landes- und Kreisverbände sowie DRK-/BRK-Schwesternschaften im Einsatz, beauftragt durch Länder und Kommunen
      • Eigenständige Bearbeitung der Einsatzaufträge auf lokaler Ebene, unterstützt durch übergeordnete Strukturen
      • Tätigkeitsschwerpunkte:      Aufbau      und      Betrieb     von Notunterkünften, sanitätsdienstliche Begleitung von Sonderzügen
    • Der DRK-Suchdienst kümmert sich gemeinsam mit dem Internationalen Suchdienst- Netzwerk um die Erfassung und Bearbeitung von Suchfällen vermisster Personen, einschließlich verstorbener bzw. vermutlich verstorbener Personen (Zivilisten und Militärangehörige) und Kriegsgefangener. Der DRK-Suchdienst hilft auch getrennten Familien mit Beratung bei Fragen zum Familiennachzug in allen DRK-Suchdienst- Beratungsstellen. Bisher sind beim Suchdienst über 186 Suchanfragen von Personen im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt in der Ukraine eingegangen, die ihre Angehörigen vermissen.
    • Um Familienangehörige über die Suchdienstangebote zu informieren, hat der DRK-
    • Suchdienst neue Materialien für seine Öffentlichkeitsarbeit konzipiert bzw. vorhandene ins Ukrainische übersetzen lassen. Das neue Präventionsplakat z. B., basierend auf einer Vorlage des Zentralen Suchdienstes des IKRK, enthält Hinweise, wie schutzsuchende Angehörige ihren familiären Kontakt sichern können. Ziel ist, diese Plakate etwa in DB-Zügen und Bahnhöfen für Betroffene gut sichtbar zu platzieren. Die mehrsprachigen Materialien sind auch auf der DRK-Suchdienst-Website (https://www.drk-suchdienst.de/) eingestellt.

    • Seit dem 22.03. fließen 20 Prozent der eingeworbenen Spenden für die Ukraine- Nothilfe in unsere Aktivitäten im Inland; das Generalsekretariat ist mit einer Ausschüttung von 8 Millionen Euro an die Landesverbände in Vorleistung gegangen.

  • Zahlen zum Ukraine-Einsatz des DRK-Generalsekretariats (Stand: 15.08.22)

    DRK-Einsatzstruktur in der Ukraine

    • Anzahl der Oblaste, in denen das DRK aktiv ist: 5 (Kiew-Stadt, Lwiw, Rivne, Volyn, Odessa)
    • Anzahl der DRK-Büros: 2 (Kiew, Lwiw)
    • Anzahl der DRK-Mitarbeitenden (Delegierte) im Land: 8 (seit 01.08.)

    DRK-Beteiligung am Ambulanz-Programm des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Mykolajiw/Odessa/Chișinău

    • Anzahl der verwundeten und kranken Personen, die von IKRK/DRK-Ambulanz-Teams transportiert wurden: 240 (bis 06.08.)
    • Anzahl der Personen mit Behinderung, die von IKRK/DRK-Ambulanz-Teams transportiert wurden: 67 (bis 06.08.)
    • Anzahl der DRK-Freiwilligen (aus dem Verband), die in das Ambulanz-Programm entsandt wurden: 72 (24.02.–01.07.)

    DRK-Unterstützung des häuslichen Pflege- und Besuchsdienstes des Ukrainischen Roten Kreuzes (URK) in der Westukraine (Oblaste Rivne, Volyn, Lwiw)

    • Anzahl der erreichten Patientinnen und Patienten: 573 (bis Ende Juni)
    • Anzahl der eingesetzten Sozialbetreuerinnen und -betreuer: 144 (bis Ende Juni)
    • Anzahl der bereitgestellten Rollstühle: 392
    • Anzahl der bereitgestellten Gehhilfen: 200
    • Anzahl der bereitgestellten Toilettenstühle: 100
    • Anzahl der bereitgestellten Pflegebetten: 65
    • Anzahl der Übungspuppen für Ausbildungszwecke in der häuslichen Pflege: 30

    DRK-Unterstützung des URK in der Ostukraine

    • Anzahl der verteilten Einkaufsgutscheine an Binnenvertriebene (überwiegend im Osten): 24.982
    • Anzahl der bereitgestellten Einsatzrucksäcke zur Erstversorgung und Evakuierung von Verwundeten für die Nothilfe-Teams des URK: 500

    Weitere DRK-Unterstützung des URK im ganzen Land

    • Anzahl der bereitgestellten Fahrzeuge: 52
    • Anzahl der bereitgestellten Übungspuppen für Erste-Hilfe-Trainings: 66

     

6 Monate Krieg in der Ukraine: DRK stärkt Gesundheitsversorgung und Winterhilfe

Der seit sechs Monaten andauernde Krieg in der Ukraine fordert weiter unzählige Opfer. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war schon vor der Eskalation des Konflikts im Land aktiv und hat sein Engagement seither stark ausgebaut. „Der bewaffnete Konflikt in der Ukraine und die Folgen sind eine Katastrophe für jeden einzelnen Menschen aus der betroffenen Zivilbevölkerung. Zusammen mit dem Ukrainischen Roten Kreuz und der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung konzentrieren wir uns vor allem auf unmittelbare Soforthilfe und die Gesundheitsversorgung für besonders gefährdete Gruppen wie… Weiterlesen

Interschutz 2022: Bevölkerungsschutz auf komplexe Krisen vorbereiten

Pandemische Szenarien wie die Covid-19 Lage, Extremwetterereignisse wie die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021, geopolitische Herausforderungen wie der Ukraine Krieg – diese Beispiele unterstreichen die wachsenden Herausforderungen an die Einsatz- und Anpassungsfähigkeit des Bevölkerungsschutzes. Angesichts der dynamischen Entwicklung komplexer, sich überschneidender Krisen betont das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Notwendigkeit, den Bevölkerungsschutz in Deutschland weiter zu stärken. „Um den Herausforderungen multipler und langanhaltender Krisen gerecht zu werden, müssen wir unsere… Weiterlesen

Weltflüchtlingstag 2022: DRK - Über Krieg in der Ukraine andere Krisen nicht vergessen

Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni mahnt das Deutsche Rote Kreuz (DRK), neben dem Krieg in der Ukraine andere Krisen nicht aus dem Blick zu verlieren. „Das DRK ist in der Ukraine, den Nachbarländern wie auch in Deutschland in der Hilfe für Geflüchtete aktiv“, sagt DRK-Generalsekretär Christian Reuter. „Darüber hinaus unterstützen wir geflüchtete Menschen in vielen Krisenregionen weltweit, beispielsweise Menschen aus Venezuela und Syrien, Geflüchtete und Binnenvertriebene in Bangladesch im Sudan, Jemen und in Uganda.“ Weiterlesen

Innenministerkonferenz: DRK begrüßt Einigung zum Bevölkerungsschutz

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) begrüßt die Einigung von Bund und Ländern auf den „Stärkungspakt Bevölkerungsschutz“ zum Abschluss der Innenministerkonferenz. „Der Bevölkerungsschutz in Deutschland muss umfassend modernisiert, für die neue Bedrohungslage ausgerichtet und dafür ausgestattet werden“, sagt DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt. „Dabei sind die in Aussicht gestellten zehn Milliarden des Bundes und die geplanten Investitionen der Länder erste wichtige Schritte, nachdem wir schon länger fordern, 0,5 Prozent des Bundeshaushaltes in die Krisenvorsorge zu investieren“, sagte DRK-Präsidentin… Weiterlesen

RETTmobil International 2022 - DRK: Zukunftsfähigkeit des Rettungsdienstes stärken

Der Krieg in der Ukraine stellt auch das deutsche Rettungswesen vor besondere Herausforderungen. Der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) unterstützt die Versorgung und den Transport von verletzen oder pflegebedürftigen Menschen, die in der Ukraine nicht mehr vollumfänglich betreut werden können. „Dabei sind wir mit organisationseigenen Fahrzeugen, Rettungsmitteln und Personal im Einsatz, ohne die Versorgung im eigenen Land zu gefährden. Dies funktioniert nur, weil wir im DRK die Ressourcen des Regelrettungsdienstes, wo immer möglich, auch mit den überwiegend ehrenamtlichen… Weiterlesen

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FAQ Ukraine-Krise - Fragen und Antworten (Stand: 28.03.2022)

  • Privates ehrenamtliches Engagement

    Wer sich in Deutschland für ankommende ukrainische Geflüchtete engagieren möchte, der wendet sich am besten an die örtlichen Behörden und gern auch an die örtlichen DRK-Gliederungen. Sie können am besten einschätzen, welche Hilfe sinnvoll ist und aktuell gebraucht wird. Es wird mit Sicherheit über längere Zeit Hilfe benötigt werden.

  • Gibt es Hilfsbörsen/-plattformen, die durch das DRK organisiert werden?

    Der Bundesverband des DRK kann derzeit eine solche Plattform nicht bereitstellen.

    Berlin: https://berlin4ukraine.notion.site/

  • Kann man als Privatperson Geflüchtete aufnehmen?

    Eine potenzielle Aufnahme von geflüchteten Personen aus der Ukraine und deren Unterbringung wird regional bis kommunal geregelt und organisiert. Interessierte Privatpersonen, die dabei unterstützen wollen, sollten sich bitte an die lokalen Behörden und koordinierenden Stellen wenden und ihr Angebot dort anbringen. Das ist vor allem auch wichtig mit Blick auf Fälle von Gefährdung und Ausbeutung, insbesondere von Frauen und Minderjährigen, von denen leider im Zusammenhang mit privaten Unterbringungsangeboten auch immer wieder berichtet wird. Bei unbegleiteten Kindern und Jugendlichen muss auf jeden Fall die Jugendwohlfahrt informiert werden.

    Berlin: https://elinor.network/gastfreundschaft-ukraine/

    Hamburg: http://bhfi.de/vorbereitungen-fuer-kriegsfluechtlinge-aus-der-ukraine-treffen/ oder ukrainehelfen(at)bhfi.de

  • Wo bekommen geflüchtete Menschen aus der Ukraine, die in Deutschland ankommen, wichtige Informationen auf Ukrainisch?
  • Wo erhalten geflüchtete Menschen aus der Ukraine und Helfer Informationen zur Corona-Schutzimpfung auf Ukrainisch?
  • Wie kann ich helfen?

    Wir wissen, dass die Betroffenheit angesichts der entsetzlichen Ereignisse in der Ukraine auch in der deutschen Bevölkerung groß ist und der Wunsch, den betroffenen Menschen Unterstützung zu bieten, ebenso. Das Deutsche Rote Kreuz bittet um Spenden für die Menschen in der Ukraine und hat dafür folgenden zentralen Spendenzweck eingerichtet: „Nothilfe Ukraine“. https://www.drk.de/nothilfe-ukraine

  • Sachspenden

    Die Not der Menschen und damit ihr Bedarf an Unterstützung ist groß. Damit Hilfe tatsächlich ankommt, bitten uns unsere Schwestergesellschaften sehr eindringlich darum, die stark beanspruchten Logistik- und Hilfeleistungsstrukturen nicht zu blockieren. Gut gemeinte, aber nicht abgestimmte Lieferungen füllen Lagerhäuser, binden Transport- und Sortierkapazitäten. Sie helfen leider nicht, sie behindern die humanitäre Arbeit vor Ort. Die Zentralen des Polnischen und Ukrainischen Rotes Kreuz haben in einem Appell an ihre Schwestergesellschaften darauf hingewiesen, dass keinerlei Kapazitäten zur Annahme nicht abgesprochener und nicht angeforderter Hilfslieferungen und Unterstützungsangebote bestehen. Auch die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) haben darauf hingewiesen, dass unkoordinierte Lieferungen und Hilfe zu einem Infarkt lebenswichtiger Versorgungslinien führen. Wir bitten alle DRK-Verbandsgliederungen, dies zu berücksichtigen und Hilfsangebote ausschließlich über das DRK-Generalsekretariat zu planen und in der aktuellen Lage nicht direkt Kontakt zu Schwestergesellschaften aufzunehmen. Das gilt auch für Güter, die auf den Mobilisierungslisten der IFRC veröffentlicht werden.

    Im Gegensatz zu privat organisierten Hilfslieferungen ist ein Hilfstransport des Deutschen Roten Kreuzes (https://www.drk.de/presse/pressemitteilungen/meldung/drk-hilfstransport-fuer-ukrainische-bevoelkerung-unterwegs-nach-polen/) eine innerhalb der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung im Vorfeld genauestens abgestimmte humanitäre Hilfsmaßnahme, die zielgerichtet auf einen tatsächlich gemeldeten Bedarf der relevanten Schwestergesellschaften reagiert.

  • Geldspenden

    Geldspenden sind gegenüber Sachspenden eine deutlich effektivere Art der Hilfe. Der große Vorteil von Geldspenden ist, dass die bedachte Organisation damit die Möglichkeit hat, die Verwendung der Mittel flexibel sich ändernden Verhältnissen und einer sich verändernden Bedarfslage in den betroffenen Gebieten anzupassen. Was in sich sehr schnell ändernden Situationen wie aktuell in der Ukraine, absolut erforderlich ist. So kann letzten Endes noch besser sichergestellt werden, dass die Gelder in den Bereichen eingesetzt werden können, in denen der Bedarf – mit Blick auf das Tätigkeitsspektrum des Roten Kreuzes – jeweils am größten ist.

    https://www.drk.de/nothilfe-ukraine

    oder

    IBAN: DE63370205000005023307
    BIC: BFSWDE33XXX
    Stichwort: Nothilfe Ukraine

  • Hilfsangebote von Ärztinnen und Ärzten, Notfallsanitäterinnen und -sanitätern sowie Krankenpflegerinnen und -pflegern und sonstigem Gesundheitspersonal (z.B. Hebammen):
    • Wir sind sehr dankbar für Ihr Angebot, in dieser schweren Krise mit dem Deutschen Roten Kreuz in der Ukraine zu arbeiten.
    • Aufgrund des bewaffneten Konflikts in der Ukraine und der vielerorts stattfindenden Kampfhandlungen besteht momentan noch keine Möglichkeit, sicher Bedarfe im Bereich des Gesundheitswesens zu erheben und zu bewerten oder gar medizinisches Personal in das Kriegsgebiet zu entsenden. Unsere Fürsorgepflicht gegenüber unseren Freiwilligen und Mitarbeitenden gebietet uns, für bestmöglichen Schutz und Sicherheit zu sorgen. Das ist momentan leider noch nicht möglich.
    • Daher liegt dem DRK auch noch kein Hilfeersuchen für Gesundheitspersonal von unserer Schwestergesellschaft vor Ort, Ukrainischen Roten Kreuz, oder unseren Internationalen Rotkreuz-Partnern (Internationale Föderation oder IKRK) vor.
    • Das DRK hält bereits jetzt unter anderem Gesundheitspersonal vor, um in Sofort- und Nothilfeeinsätzen reagieren zu können und unter anderem mit einem mobilen Krankenhaus die Gesundheitsversorgung der von Krisen und Katastrophen betroffenen Bevölkerung zu sichern.
    • Dieses Gesundheitspersonal, aber auch Personal in den Bereichen Wassertechnik, Logistik, Finanzen usw. sind Teil des DRK-Sofort- und Nothilfepersonalpool (Surge Roster).
    • Um Teil des Rosters zu werden, müssen Interessierte eine Zahl an verpflichtenden Online- und Präsenztrainings absolvieren, die vom DRK und seinen Schwestergesellschaften angeboten werden.
    • Vor allem bei Einsätzen in Krisengebieten ist ein spezielles Sicherheitstraining im Vorfeld eines Einsatzes essenziell.
    • Der DRK-Trainingskalender sowie weitere Informationen zu den Voraussetzungen, gesuchten Profilen und verpflichtenden Online- und Präsenztrainings sind hier abrufbar: https://www.drk.de/en/be-involved/training-programme-for-international-deployments/
    • Interessierte können ihr Profil an das DRK übermitteln und sich auf Trainings bewerben. Wichtig: Kontaktdaten und Lebenslauf müssen auf Englisch vorliegen.
    • Weitere Fragen können gerne an surge(at)drk.de gerichtet werden.

     

    In der Ukraine finden derzeit schwere Kampfhandlungen statt. Wie das Auswärtige Amt raten auch wir dringend von einer Reise in die Ukraine ab.

  • Anfragen von Unternehmen
    • Anfragen von Unternehmen zu Spenden oder Kooperation können an unternehmen(at)drk.de gerichtet werden.
  • Wie kann ich mich engagieren, wenn ich momentan kein Geld spenden kann?

    Neben zahlreichen anderen Organisationen können sich Interessierte natürlich auch in den örtlichen DKR-Verbänden ehrenamtlich engagieren. Es wird mit Sicherheit über längere Zeit hinweg Hilfe benötigt, auch im Hinblick auf die Menschen, die aufgrund des bewaffneten Konflikts gezwungen sind, ihre ukrainische Heimat zu verlassen haben und auf der Flucht sind.

  • Wo kann ich Unterstützung für betroffene Freunde und Familienangehörige in der Ukraine bekommen?

    Wir verstehen, dass die Sorge und Angst um Familienangehörige, Freunde und Bekannte in der Ukraine und auf der Flucht unvorstellbar groß sind. Rechtliche Fragen zur Situation in Deutschland, beispielsweise zum Status geflüchteter Personen aus der Ukraine, können an flucht-migration(at)drk.de gerichtet werden.

    Suchanfragen – auch wenn im Augenblick keine aktive Suche in der Ukraine möglich ist – werden vom DRK-Suchdienst, also von allen DRK-Suchdienst-Beratungsstellen auf allen DRK-Verbandsebenen, entgegengenommen: https://www.drk-suchdienst.de/


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    Leider können wir als Rotes Kreuz in dieser akuten Situation des bewaffneten Konflikts keine Form der Einzelfallhilfe leisten. Wir bemühen uns gemeinsam mit unserer Schwestergesellschaft, dem Ukrainischen Roten Kreuz, humanitäre Hilfe nach dem Maß der Not zu organisieren. Das Rote Kreuz hat derzeit keine Möglichkeit, eine sichere Passage zu organisieren.

    Deutsche Staatsangehörige können sich hier auf den Seiten des Auswärtigen Amts informieren:

    https://www.auswaertiges-amt.de/de/service/UKR

    Auch hat das Auswärtige Amt eine Hotline für deutsche Staatsangehörige geschaltet:

    +49 30 5000 3000
     

  • Wo kann ich bei Eigenbetroffenheit, zum Beispiel aufgrund von familiären Beziehungen in die Ukraine, Unterstützung in Anspruch nehmen?

    Bei Bedarf nach rechtlicher oder auch psychosozialer Unterstützung für Betroffene können Sie sich gerne an die Migrationsberatungsstellen des DRK oder auch der anderen Wohlfahrtsverbände vor Ort wenden: https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/migration-integration-und-teilhabe/migration-und-integration/

  • Wie ist die Lage in der Ukraine? Ist das DRK vor Ort?

    Der Krieg in der Ukraine stellt bereits jetzt eine der größten humanitären Krisen in Europa seit Ende des zweiten Weltkriegs dar, die mit ihren Folgen noch Jahre andauern wird. Innerhalb der Ukraine sind schätzungsweise 18 Millionen Menschen betroffen – das ist ein Drittel der Bevölkerung – und über 3,5 Millionen Menschen haben das Land bereits verlassen. Die Vertreibung und der Hilfsbedarf sind enorm und werden mit größter Wahrscheinlichkeit weiter anwachsen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Ukraine.

    Die Lage vor Ort ist aufgrund der aktuellen Kampfhandlungen sehr unübersichtlich. Aufgrund der sich täglich ändernden Lage vor Ort ist eine Einschätzung der Situation in den verschiedenen Landesregionen sehr schwer. Derzeit hat für die gesamte Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung der Schutz der Mitarbeitenden und Freiwilligen absolute Priorität, um darüber die eigene Arbeitsfähigkeit und das Ermöglichen von Hilfe überhaupt sicherzustellen.

    Angesichts der eskalierenden Gewalt weitet das DRK die Unterstützung seiner Schwestergesellschaft, des Ukrainischen Roten Kreuzes (URK), im Rahmen des Möglichen schrittweise aus. Dabei steht das DRK fortlaufend in enger Abstimmung mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), das derzeit mit rund 600 Mitarbeitenden vor Ort ist, und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC). Zurzeit sind vier Nothilfeexperten des Deutschen Roten Kreuzes für die Koordination der Hilfen mit unseren Partnern in der Ukraine im Einsatz.

    Das DRK arbeitet seit dem Reaktorunglück in Tschernobyl 1986 eng mit dem URK zusammen. Seit dem Ausbruch des bewaffneten Konfliktes in der Ostukraine im Jahr 2014 unterstützen wir unsere Kolleginnen und Kollegen im Osten des Landes, seit 2017 vor allem mit Bargeldhilfen für besonders bedürftige Menschen, denen wir Unterstützung für den täglichen Lebensunterhalt bieten.

     

    Weitere und aktuelle Informationen unter: https://www.drk.de/hilfe-weltweit/wo-wir-helfen/europa/ukraine-krise-humanitaere-hilfe/

  • Wie bewertet das DRK sogenannte humanitäre Korridore?

    Das Rote Kreuz begrüßt jede Initiative, die dem Schutz der Zivilbevölkerung dient und ihr eine Pause von der Gewalt verschafft. Sogenannte humanitäre Korridore müssen von den Konfliktparteien jedoch gut geplant und auch sicher umgesetzt werden. Nach dem humanitären Völkerrecht sind Konfliktparteien verpflichtet, Menschen, die umkämpfte Gebiete freiwillig verlassen wollen, eine sichere Evakuierung zu ermöglichen.

    Was auch immer die Konfliktparteien zur Evakuierung von Menschen aus umkämpften Gebieten vereinbaren, das humanitäre Völkerrecht muss grundsätzlich fortgelten: Die Kriegsparteien müssen weiterhin die Zivilbevölkerung sowie Kriegsgefangene und die zivile Infrastruktur schützen, um Trinkwasser, Energie- und Nahrungsmittelversorgung zu gewährleisten. Humanitärer Zugang für neutrale und unparteiisch handelnde Hilfsorganisationen wie das Ukrainische Rotes Kreuz und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz muss ermöglicht werden. Das bedeutet, dass diejenigen, die bleiben wollen oder schwer evakuiert werden können – wie etwa ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen – von Angriffen unbedingt verschont bleiben müssen. Außerdem müssen auch alle Zivilisten außerhalb sogenannter humanitärer Korridore weiterhin geschützt werden.

  • Welche Hilfe leistet das DRK gemeinsam mit dem Ukrainischen Roten Kreuz im Land selbst und im Rahmen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung in den Nachbarländern?
  • Welche Hilfe leistet das DRK gemeinsam mit dem Ukrainischen Roten Kreuz im Land?
    • Ein erster Hilfskonvoi des DRK mit 88 Tonnen Hilfsgütern, transportiert mit 5 LKWs ins polnische Lublin, umfasste 3.280 Feldbetten, 4.680 Isomatten und mehr als 750 Hygienepakete, die jeweils für die Versorgung eines fünfköpfigen Haushalts für einen Monat ausgelegt sind. Die Hilfsgüter sollen sowohl Menschen in der Ukraine als auch Ukrainerinnen und Ukrainer auf der Flucht zugutekommen. Erste Hilfsgüter wurden bereits ins ukrainische Lviv weitertransportiert.
    • Weitere Hilfsgüter werden derzeit beschafft und sowohl für die mit dem Polnischen Roten Kreuz gemeinsam betriebene Versorgungslinie Polen-Ukraine wie auch der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften für ihre Lieferungen in die Ukraine über Ungarn bereitgestellt.
    • Das DRK hat mehrere Nothilfeexperten zur Unterstützung des Ukrainischen Roten Kreuzes und des Polnischen Roten Kreuzes entsendet.
  • Können medizinische Bedarfslisten von deutschen Krankenhäusern und Privatpersonen, die über individuelle Kontakte Informationen aus der Ukraine beziehen, vom DRK bedient werden?

    Schon jetzt sehen wir in der Ukraine viel Leid und vielerorts einen Mangel an Grundversorgung. Wir arbeiten mit dem Ukrainischen Roten Kreuz und den anderen Partnern der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung zusammen, um eine stete Versorgungslinie für die Lieferung und Verteilung essenzieller Hilfsgüter in der Ukraine einzurichten. Eine Logistikanstrengung dieser Größenordnung braucht jedoch Zeit, bis bei der derzeitigen Sicherheitslage ausreichend Kapazitäten aufgebaut werden können.

    Wichtig ist daher für uns vor allem die gut abgestimmte Koordination der Hilfe, die unerlässlich ist in derart chaotischen und von Leid geprägten Situationen. Koordination ist fester Bestandteil unserer Zusammenarbeit innerhalb der Bewegung: mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften und selbstverständlich den betroffenen Schwestergesellschaften. Wir reagieren daher stets auf Hilfeanfragen der Schwestergesellschaften, des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz oder der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften im Rahmen fest etablierter Krisenkoordinationsmechanismen. Die Beantwortung individueller Anfragen ist derzeit leider nicht möglich.

  • Führt das DRK oder das Ukrainische Rote Kreuz individuelle medizinische Transporte in der Ukraine durch?

    Das Ukrainische Rote Kreuz unterstützt den lokalen Zivilschutz und die Rettungsdienste bei der akuten Evakuierung der Zivilbevölkerung und leistet hierbei auch medizinische Versorgung von Verletzten. Es kann auch aufgrund der durch die Kampfhandlungen bedingten schlechten Sicherheitslage keine überörtlichen Transporte von Verletzten oder Erkrankten durchführen.

  • Liefert das DRK auch medizinische Hilfsgüter in die Ukraine?

    Das DRK baut derzeit eine Versorgungslinie für essenzielle Hilfsgüter in die Ukraine auf. Gemeinsam mit allen Teilen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung setzen wir eng koordiniert alles daran, um der Zivilbevölkerung so schnell und bedarfsgerecht zu helfen, wie es uns durch die Konfliktparteien ermöglicht wird. Bereits vor Ausbruch des Krieges hat das DRK das Ukrainische Rote Kreuz mit medizinischen Verbrauchsartikeln ausgestattet, um im Konfliktfall unverzüglich Erste Hilfe leisten zu können. Je nach Bedarf, konkreter Anforderung und Möglichkeiten werden ggf. auch medizinische Güter über das DRK und die anderen Teile der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung zur Versorgung der Zivilbevölkerung in die Ukraine geliefert werden.

  • Wo bekomme ich zuverlässige Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in der Ukraine?

    Angesichts der unübersichtlichen Lage und der sich überschlagenden Ereignisse raten wir dringend dazu, Informationsquellen kritisch zu prüfen und seriöse Informationsangebote zu nutzen, wie die Angebote etablierter Medienhäuser mit professionellen Redaktionen und ausgebildeten Journalistinnen und Journalisten oder auch die Seiten des Auswärtigen Amtes. Auch das DRK stellt auf seiner Website https://www.drk.de/ gemäß des aktuellen Kenntnisstandes Informationen zu seiner Arbeit im Land zur Verfügung.

  • Blutspende

    Derzeit erreichen uns sehr viele, privat initiierte Anfragen bezüglich möglicher Lieferungen von Blutpräparaten beziehungsweise Blutspende-Materialien (Blutbeutelsysteme) in die Ukraine.

    Nach aktuellem Stand besteht der Bedarf in den Krankenhäusern der Ukraine mehrheitlich in der Bereitstellung von Blutentnahmesystemen und weiteren Materialien für eine Blutspende vor Ort. Die DRK/BRK Blutspendedienste stehen in intensivem Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen des Ukrainischen Roten Kreuzes sowie den entsprechenden Stellen und Blutbanken auf europäischer Ebene, um die Bedarfe zu bündeln und entsprechendes Material auf Anfrage schnellstmöglich zur Verfügung stellen zu können.

    Ein koordiniertes, mit den Einsatzkräften vor Ort eng abgestimmtes Vorgehen ist zwingende Voraussetzung, damit benötigte Unterstützung ihr Ziel auch sicher erreichen kann.

    Die DRK/BRK Blutspendedienste halten die Unterstützung mit Materialien zur Durchführung von Blutspenden in der Ukraine in der derzeitigen Situation für zielführender als die Durchführung von zusätzlichen Blutspendeaktionen in Deutschland, weil die Spendebereitschaft in der Ukraine momentan noch groß ist und es aktuell keine Möglichkeit gibt, Blutkonserven aus Deutschland sicher und gekühlt an den Bestimmungsort zu bringen.

    Sollten verletzte und verwundete Menschen aus der Ukraine in Deutschland medizinisch behandelt und versorgt werden, gewährleisten die DRK/BRK-Blutspendedienste die Belieferung der Kliniken.

    Die DRK/BRK-Blutspendedienste weisen darauf hin, dass ein kontinuierlicher Nachschub an Blutspenden unerlässlich ist, um auch in Krisensituationen sofort helfen zu können.

    Daher bitten die DRK/BRK-Blutspendedienste die vielfältigen Blutspendeangebote generell und kontinuierlich wahrzunehmen. Die Blutspende ist auch für neue Spenderinnen und Spender immer eine sehr gute Gelegenheit, sich solidarisch zu engagieren.

    Blutspendetermine in Ihrer Nähe und Informationen zur Blutspende beim Deutschen Roten Kreuz finden Sie unter: www.drk-blutspende.de.

     

  • Welche Rolle spielt das humanitäre Völkerrecht?

    Angesichts der sich tagtäglich intensivierenden militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine ruft das Deutsche Rote Kreuz gemeinsam mit der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung alle Konfliktparteien mit der größten Dringlichkeit dazu auf, das humanitäre Völkerrecht zu achten. Der Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur muss zu jeder Zeit an allererster Stelle stehen. Auch humanitäre Helferinnen und Helfer müssen geschützt werden und ihr Zugang zur betroffenen Bevölkerung muss dauerhaft sichergestellt sein.

    Weitere Informationen unter: https://www.drk.de/das-drk/auftrag-ziele-aufgaben-und-selbstverstaendnis-des-drk/humanitaeres-voelkerrecht-im-kontext-des-drk/

  • Wieso darf nicht jeder, der helfen will, das Rote Kreuz als Zeichen beispielsweise für einen Hilfstransport nutzen?

    Das DRK ist ebenso wie die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung alarmiert, dass private Helferinnen und Helfer ihre Transporte vermehrt mit dem Schutz- und Kennzeichen des Roten Kreuzes versehen. Das ist ein klarer Missbrauch des Rotkreuz-Zeichens, der scharf zu verurteilen ist. Die Verwendung des Roten Kreuzes, des Roten Halbmondes und des Roten Kristalls ist nach den Genfer Abkommen wie auch in deutschen Gesetzen streng reglementiert. Das Symbol darf in Kriegssituationen zu Identifikations- und Schutzzwecken nur von den Sanitätsdiensten und dem Seelsorgepersonal der Streitkräfte, von Krankenhäusern sowie von anerkannten neutralen und unparteiischen Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz verwendet werden und dient der Sicherheit der humanitären Helfer sowie dem Schutz der von ihnen versorgten betroffenen Zivilbevölkerung.

  • Unterstützt das IKRK bei der Durchführung von Zwangsevakuierungen?

    Das IKRK unterstützt unter keinen Umständen die Planung oder Durchführung von Zwangsevakuierungen. Das trifft auf jeden Kontext zu, in dem das IKRK arbeitet. Es würde nie Maßnahmen unterstützen, die sich gegen den Willen der betroffenen Menschen und die Rotkreuz-Grundsätze richten.

    Das IKRK war bisher (Stand: 27.03.2022) an zwei Evakuierungen von Menschen in der Ukraine beteiligt – sie fanden in Sumy am 15. und 18. März statt. Dabei unterstützte das IKRK die freiwillige sichere Evakuierung von Zivilisten aus der Stadt. In beiden Fällen nutzten die Menschen freiwillig Busse, die sie in eine andere Stadt, Lubny, brachten.

  • Versucht das IKRK ein Büro in Russland zu eröffnen, um evakuierte Ukrainerinnen und Ukrainer zu identifizieren?

    Das IKRK will kein Büro in Südrussland eröffnen, um Ukrainerinnen und Ukrainer dorthin zu bringen oder „herauszufiltern“, wie viele Berichte behaupten. Diese Berichte entsprechen nicht den Tatsachen und könnten großen Schaden für das IKRK und seine Mitarbeitenden bedeuten.

    Das IKRK hat seine Hilfsmaßnahmen weiter ausgebaut, indem zusätzliche Teams sowohl in die Ukraine als auch in die Nachbarländer, wie Ungarn, die Republik Moldau, Polen, Rumänien und Russland, entsandt wurden, um die Einsätze des IKRK zu unterstützen und wirksam und ortsnah auf den humanitären Bedarf reagieren zu können. Als Teil dieses regionalen Ausbaus der Aktivitäten ist auch im Gespräch, ein Büro in Rostov in Südrussland zu eröffnen, wo es derzeit noch kein Büro des IKRK gibt.

    Warum ist IKRK-Präsident Peter Maurer nach Moskau gereist?

    Das IKRK spricht mit ALLEN an einem bewaffneten Konflikt beteiligten Parteien – das ist das Mandat und die Rolle des IKRK in bewaffneten Konflikten gemäß der Genfer Konventionen. Die humanitären Auswirkungen des bewaffneten Konflikts in der Ukraine nehmen einen großen Stellenwert in der weltweiten Arbeit des IKRK ein und das IKRK tut sein Möglichstes, um das Leid der betroffenen Menschen zu lindern sowohl durch humanitäre Hilfe als auch durch diplomatische Anstrengungen.

    Als Teil dieser diplomatischen Bemühungen reiste Peter Maurer, der Präsident des IKRK, in die Ukraine und nach Russland, wo er Regierungsvertreter beider Länder traf, um mit ihnen über zentrale humanitäre Themen zu sprechen.

    In Kiew traf sich Peter Maurer mit dem Premierminister Denys Shmyhal, dem Vize-Premierminister, dem Minister für Verteidigung und Infrastruktur und dem Bürgermeister von Kiew, um den aktuellen humanitären Bedarf zu besprechen. Er hat sich ebenfalls mit Maksym Dotsenko, dem Generalsekretär des Ukrainischen Roten Kreuzes, und Illya Kletskovskyy, dem Vize-Generalsekretär des URK, getroffen.

    Peter Maurer reiste anschließend nach Moskau, wo er sich mit dem Außenminister Sergej Lawrow und dem Vize-Verteidigungsminister Generaloberst Alexander Fomin traf. Er traf auch Pavel Savchuk, den Präsidenten des Russischen Roten Kreuzes, und die Menschenrechtsbeauftragte Tatyana Moskalkova.

  • Warum trifft sich das IKRK während eines bewaffneten Konflikts mit Regierungsvertretern?

    Als neutrale, unparteiische humanitäre Organisation hat das IKRK das Mandat, mit ALLEN beteiligten Parteien des Konflikts zu sprechen, um die Wahrung des humanitären Völkerrechts einzufordern, das Leben von Zivilisten zu schützen und sicherzustellen, dass humanitäre Hilfe bei denen ankommt, die sie am dringendsten benötigen.

    Gemäß seinem Mandat ist es für die Arbeit des IKRK unverzichtbar, mit allen Entscheidungsträgern zu sprechen, die in einem bewaffneten Konflikt Einfluss auf das Leben von betroffenen Menschen ausüben sowie auf die Möglichkeit, diese mit humanitärer Hilfe zu erreichen. Auf diese Weise betreibt das IKRK humanitäre Diplomatie und engagiert sich in bilateralem und vertraulichem Dialog überall auf der Welt, im Zusammenhang mit jedem Konflikt, in dem es humanitäre Hilfe für die betroffenen Menschen leistet.

     

  • Welche Rolle nimmt das DRK in der Ukraine-Krise innerhalb der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung ein?

    Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist Teil der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, dem größten humanitären Netzwerk der Welt mit 17 Millionen Freiwilligen. Die Bewegung setzt sich zusammen aus 192 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC).

    In Krisensituationen unterstützt das DRK gemäß dem Grundsatz der Universalität seine Schwestergesellschaften bedarfsorientiert auf neutrale und unparteiische Weise. Derzeit leisten wir humanitäre Hilfe in Unterstützung unserer Schwestergesellschaften in der Ukraine, in Polen und der Republik Moldau sowie der IFRC und des IKRK. Diese Unterstützung erfolgt in Reaktion auf konkrete Anfragen aus der Bewegung im Rahmen der Möglichkeiten des DRK.

    Gemäß der Genfer Konventionen hat das IKRK ein spezifisches Mandat zur Leistung von humanitärer Hilfe und zum Schutz ziviler Personen und Kriegsgefangener in bewaffneten Konflikten und daher auch besondere Rechte, mit allen Parteien eines bewaffneten Konflikts in einen humanitären Dialog zu treten.

  • Wortwahl im DRK: Krieg vs. bewaffneter Konflikt

    Das DRK spricht in seiner öffentlichen Kommunikation regelmäßig von bewaffneten Konflikten, nicht von Kriegen. Das Rote Kreuz folgt damit aus inhaltlichen Erwägungen heraus der Fachsprache des humanitären Völkerrechts. Die für das humanitäre Völkerrecht und damit auch für das humanitäre Mandat des Roten Kreuzes maßgeblichen Genfer Konventionen unterscheiden internationale bewaffnete Konflikte von anderen Formen gewaltsamer Konfliktaustragung wie etwa innerstaatlichen bewaffneten Konflikten.

    Update: In Reaktion auf und in Übereinstimmung mit den neuesten kommunikativen Leitlinien des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz können auch wir im DRK mit Blick auf die gegenwärtige Lage in der Ukraine von einem Krieg sprechen – diese Anpassung folgt der Kommunikation des IKRK angesichts der fortdauernden Massivität des Kampfgeschehens im Land.

    Weitere Informationen unter: https://www.drk.de/das-drk/auftrag-ziele-aufgaben-und-selbstverstaendnis-des-drk/humanitaeres-voelkerrecht-im-kontext-des-drk/

     

  • Warum spricht das Deutsche Rote Kreuz nicht von einem Krieg?

    Das DRK spricht in seiner öffentlichen Kommunikation regelmäßig von bewaffneten Konflikten, nicht von Kriegen. Das Rote Kreuz folgt damit aus inhaltlichen Erwägungen heraus der Fachsprache des humanitären Völkerrechts. Dort wird der Begriff „Krieg“ nicht verwendet. Die für das humanitäre Völkerrecht und damit auch für das humanitäre Mandat des Roten Kreuzes maßgeblichen Genfer Konventionen unterscheiden bewaffnete internationale Konflikte von anderen Formen gewaltsamer Konfliktaustragung wie etwa innerstaatlichen bewaffneten Konflikten.

    Weitere Informationen unter: https://www.drk.de/das-drk/auftrag-ziele-aufgaben-und-selbstverstaendnis-des-drk/humanitaeres-voelkerrecht-im-kontext-des-drk/