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Therapeutische Mädchen – WohngruppeTherapeutische Mädchen – Wohngruppe

Therapeutische Mädchen – Wohngruppe

Fachbereichsleiterin

Elke Kanzok

Kinder- und Jugendhilfe

Tel.: 03871 / 45 100 10
Fax.: 03871 / 45 100 21
mobil: 0172 / 30 76 617

Im Bereich der Hilfen zur Erziehung nach §§ 27, 34, 41 und 35a SGB VIII

 

DRK Kreisverband Parchim e.V.

Jugendhilfeverbund

Therapeutische Mädchen-Wohngruppe

Putlitzer Straße 51

19370 Parchim

 

„Die richtige Hilfe zur richtigen Zeit ist ein Glücksfall menschlicher Begegnung"

Ansprechpartner

Silvio Winkler

Therapeutische Mädchen-Wohngruppe

Putlitzer Straße 51
19370 Parchim

Telefon: 03871 / 21 30 69

„Die richtige Hilfe zur richtigen Zeit ist ein Glücksfall menschlicher Begegnung, der nicht 'technisch' hergestellt werden kann…und doch ist organisierte Erziehung gerade „schwieriger“ Kinder darauf angewiesen, dieses ernsthaft und immer wieder zu versuchen!“…und es gelte zudem…“laut und deutlich dafür einzutreten, dass jeder (junge) Mensch ein Recht auf mindestens einen „Glücksfall menschlicher Begegnung“ hat, und wenn es dafür noch so viele Anläufe braucht.“ (Prof. Schrapper, 2008)

Standortdarstellung

Die Wohngruppe befindet sich im innerstädtischen Bereich unweit des Zentrums von Parchim. Das Gebäude ist ein separater und sanierter Altbau mit vier Einzelzimmern und ein Doppelzimmer. Zum Gebäude gehört ein großzügiges und eigenständiges Gelände.

Es sind alle Schulformen und Strukturen von Lehrausbildung bzw. Fördermaßnahmen vorhanden bzw. mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen.

Die Stadt Schwerin mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie, dem Pädiatrischen Zentrum und den Angeboten von Fachärzten sind von Parchim aus gut zu erreichen.


Kinder- und Jugendhilfeverbund

Wallallee 31
19370 Parchim 

Tel. 03871 - 45 100 10  

Kapazität

Die Wohngruppe verfügt über sechs Plätze für Mädchen und junge Frauen.  

Zielgruppe

Frühe, insbesondere sexuelle Traumatisierung in der Kindheit beeinträchtigt im Zuge der Störung der Identitätsentwicklung auch die Entwicklung der Geschlechteridentität. Insofern ist gerade in diesem Bereich ein geschlechterspezifisches Angebot erforderlich, um eine professionelle Bearbeitung der Traumata zu ermöglichen und einen Schutzraum zu bieten.


Die Mädchenwohngruppe ist konzipiert für sechs Mädchen, unabhängig ihrer sozialen, kulturellen und ethnischen Herkunft, im Alter ab 14 Jahren, die aus verschiedensten Gründen nicht in ihrer Herkunftsfamilie bleiben können und einer besonders geschützten, intensiven pädagogischen und therapeutischen Unterstützung bedürfen. Diese Mädchen haben in der Regel Erfahrungen im klinischen Kontext und eine oder mehrere psychiatrische Diagnosen. Im Einzelfall prüfen wir die Möglichkeit der Aufnahme für jüngere Mädchen.

Diese Mädchen entwickeln in ihren speziellen Lebenskontexten Lösungsstrategien, mit denen sie sich selbst und andere gefährden, in ihren Familien und anderen Sozialräumen für Konflikte und Ausgrenzungen sorgen und damit in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung und der gesellschaftlichen Teilhabe gefährdet sind.

Mögliche Verhaltensbilder, die wir als Lösungsstrategien des jungen Menschen verstehen, können dabei sein:

  • aggressive Verhaltensstrategien z.B. zur Konfliktlösung, Durchsetzung der eigenen Bedürfnisse und auch für eine Nähe – Distanzregulierung

  • autoaggressives und selbstverletzendes Verhalten

  • süchtiges Verhalten

  • Selbstabwertung und suizidales Verhalten

  • eingeschränkte Selbst- und Fremdwahrnehmung, mangelnde Empathie (der junge Mensch hat keine Idee davon, dass das Verhalten anderer Menschen, etwas mit dem eigenen Verhalten zu tun haben könnte)

  • stark sexualisiertes Verhalten und selbstabwertendes Bild der eigenen Geschlechteridentität

  • schuldistanziertes Verhalten

  • delinquentes Verhalten

  • stark problematisches Verhalten in der Beziehungsgestaltung

  • Auffälligkeiten im Essverhalten und psychosomatische Symptome

  • Schwierigkeiten in der Orientierung in einem sozialen Raum und den damit verbundenen Erwartungen anderer Menschen (Einhaltung von Regeln und Normen, Wahrnehmung der Bedürfnisse anderer Menschen, Rücksichtnahme)

Die Ursachen für diese Verhaltensbilder und Lösungsstrategien dieser jungen Menschen können sehr vielfältig sein und können durch folgende Erfahrungsräume geprägt sein:

  • Mädchen mit Gewalterfahrungen wie Misshandlungen, sexualisierte Gewalt und den sich daraus ergebenden Folgen (Traumatisierungen, posttraumatische Belastungsstörungen

  • psychische Erkrankungen

  • Sozialisationsstörungen, Pubertätskrisen, Erleben von emotionaler und körperlicher Verwahrlosung im Elternhaus

  • stark eingeschränktes Kindheitserleben, psychische und physische Überforderungen durch ungünstige Sozialisationserfahrungen (psychisch erkrankte Eltern, Double bind-Kommunikation, Suchtmittelabhängigkeit, Armut, Mangelerfahrungen, Trennungserfahrungen, häufige Beziehungsabbrüche)

  • Eltern, die ihre elterliche Präsenz verloren haben und damit kaum als halt- und orientierungsgebend von dem Kind wahrgenommen wurde.

Ausschlusskriterien

Nicht geeignet für diese Wohngruppe sind:

  • Mädchen mit einer ausgeprägten Suchtproblematik

  • Mädchen mit manifestierter Gewaltbereitschaft und schädlicher Neigung (Definition nach JGG)

  • Mädchen mit manifestierter psychischer Störung bzw. die sich in einem akuten Schub ihrer Erkrankung befinden und medizinisch/psychiatrische Hilfe benötigen

  • Mädchen mit einer schweren körperlichen und / oder geistigen Behinderung

  • Mädchen, die akut selbst- und fremdgefährdend sind


Aufnahmeverfahren

Grundsätzlich geben wir den Personensorgeberechtigten, den Kindern und Jugendlichen sowie den zuständigen Mitarbeitern der Jugendämter die Möglichkeit, die Wohngruppe kennen zu lernen. Nach der Aufnahme bietet eine 10 bis 12-wöchige Orientierungsphase allen Beteiligten die Gelegenheit zu überprüfen, ob das Hilfeangebot geeignet und notwendig ist. Dazu gehören unter anderem ausführliche Gespräche mit den pädagogischen und therapeutischen Mitarbeitern. Inhalte dieser Gespräche sind die Darstellung der Arbeitsweisen und Möglichkeiten der Einrichtung, das Erfragen von Interessen, Wünschen, Aufträgen und Vorstellungen der Klienten, die Veränderungsvorstellungen der Personensorgeberechtigten und die Möglichkeiten einer kooperativen Zusammenarbeit zwischen Klient, Herkunftssystem, Jugendamt und Leistungserbringer bzw. anderen Helfern.

Die Orientierungsphase nutzen wir für eine sozialpädagogische Diagnostik, die folgende Schwerpunkte beinhaltet:

     

  • Klärung der Bedeutung des als problematisch beschriebenen Verhaltens

  • Wer hat welche Veränderungswünsche?

  • Klärung der Perspektive und den damit verbundenen möglichen Zielen und Aufgaben

  • Prüfung, ob es medizinisch/ (psycho)therapeutische Bedarfe über die fachlichen Leistungen der Wohngruppen hinaus gibt (KJPP, externe Therapeuten etc.)

  • Biographiearbeit sowie intensive Kontakte zum Herkunftssystem

  • Nach Beendigung der Orientierungsphase und weiterem Verbleib wird mit allen Beteiligten der Hilfeplan konkretisiert.

Wie geht es weiter?

Nehmen Sie bitte mit Ihrem Ansprechpartner vor Ort, siehe oben rechts, Kontakt auf.