In der Parchimer Brunnenstraße dreht sich der Kran, Bauarbeiter tragen Material durch die Räume eines Neubaus und heben Stein auf Stein. Hier entsteht seit Dezember 2025 das erste Hospiz im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Hier sollen Menschen in ihrer letzten Lebensphase zur Ruhe kommen und das Gefühl des Umsorgtseins erleben können, heißt es vom DRK. Das Hospiz stellt eine Alternative dar, wenn Behandlungen im Krankenhaus nicht mehr gewünscht oder medizinisch nicht mehr erforderlich sind, ein Pflegeheim die Versorgung aber nicht leisten kann.
Verzögerung wegen Frostes aufgeholt
Bauherr ist der Parchimer Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes, kurz DRK. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Wolfgang Waldmüller schaut immer wieder auf der Baustelle vorbei und verschafft sich einen Überblick. „Trotz des starken Frostes im Winter und der rund einmonatigen Zwangspause sind die Arbeiten voll im Zeitplan“, so Waldmüller. „Auch, was das Finanzielle betrifft, ist alles im Rahmen. Die Baufirmen haben gut geplant und rechtzeitig Material bestellt, bevor die Preise gestiegen sind“, lobt er.
Bewusst sind es Unternehmen aus der Region, die am Hospiz „Eldehaus“ beteiligt sind. Das Team von Universalbau Parchim arbeite zuverlässig und ordentlich, so Waldmüller.
Bisher 13 Initiativbewerbungen
Nach dem derzeitigen Stand der Planungen soll das Hospiz im Sommer 2027 eröffnen. Besonders freut sich Waldmüller über bisher 13 Initiativbewerbungen von Menschen, die im Eldehaus arbeiten möchten. „Dabei gibt es noch gar keine Stellenausschreibungen“, betont Wolfgang Waldmüller. Rund 20 bis 25 Mitarbeiter kümmern sich nach der Fertigstellung im Dreischichtsystem um die Gäste und das Haus, das bis zu zehn Menschen einen Platz auf ihrem letzten Weg bieten wird.
„Der Bedarf ist vorhanden“, so Waldmüller. Die nächsten Hospize sind in Schwerin, Bernstorf, Neustrelitz, Greifswald, Stralsund, Eggesin und Bergen auf Rügen. Die Menschen müssten weite Wege auf sich nehmen. Mit dem Bau des Hospizes im Parchimer Stadtgebiet wird eine Lücke in der Region geschlossen.
6,5 Millionen Euro Baukosten
Rund 6,5 Millionen Euro fließen in den Bau. „Ausfinanziert ist das Projekt jedoch nicht. Wir sind jedes Jahr auf Spenden zwischen 100.000 und 150.000 Euro angewiesen, um den Betrieb garantieren zu können“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende. Das entspreche fünf Prozent der Gesamtkosten pro Jahr.
Während Wolfgang Waldmüller über die Baustelle läuft, schaut er in jeden Raum und lächelt zufrieden: „Das Schönste ist zu sehen, wie das Gebäude wächst“, betont er.
Nicht nur mit dem Bau geht es gut voran, auch der Förderverein ist von ursprünglich sieben Mitgliedern inzwischen auf 25 angewachsen. „Es ist schön, dass wir so viel Zuspruch bekommen. Auch Beschwerden gibt es keine. „Besser kann es nicht laufen“, bilanziert Waldmüller.
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Quelle: nordkurier.de
Autorin: Lisa Giewald-Bach
Foto: Lisa Giewald-Bach
