Nach und nach wächst es, das Hospiz "Eldehaus", das der Kreisverband Parchim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) derzeit in der Parchimer Brunnenstraße bauen lässt. Etwa Mitte 2027 soll es den Betrieb aufnehmen. Auf dem Weg zur Eröffnung wurde nun das Richtfest gefeiert.
Bedarf wird größer
Es ist das erste Hospiz im Landkreis Ludwigslust-Parchim. „Es ist schon lange überfällig, dass ein solches Haus gebaut wird“, erklärt Wolfgang Waldmüller, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbands Parchim und ergänzt: „Der Bedarf wird immer größer.“ „Dass wir diesen Bedarf gedeckt bekommen“, freut auch den ersten Stellvertreter des Landrates, Lukas Völsch.
Die Fläche im Parchimer Süden grenzt direkt an die Pestalozzi-Förderschule. „Von verschiedenen Seiten gab es damals Bedenken, ob der Standort der Richtige wäre. Aber für uns ist ganz klar, dass ein Hospiz nicht an den Stadtrand oder außerhalb gehört, sondern in die Mitte der Gesellschaft“, so Wolfgang Waldmüller. „Sterben gehört zum Leben dazu, und niemand, der sich auf seinem letzten Weg befindet, möchte an den Rand der Gesellschaft geschoben werden“, ergänzt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende.
Wie Waldmüller berichtet, gibt es Orte wie Waren, an denen ein Hospiz in unmittelbarer Nähe zu einem Kindergarten und einer Schule liegt. „Hier kommen die Kinder ins Hospiz und es sind schöne Bilder, wenn sie mit den Gästen dort gemeinsam basteln, spielen oder Geschichten vorlesen“, berichtet er.
Gudrun Stein, die Vorsitzende des Fördervereins, merkt indessen, dass der Zuspruch in der Bevölkerung zunimmt. „Immer mehr Menschen fragen nach Möglichkeit zur Hilfe“, so Stein. „Auch die Pflegesozialplanung“, zeige, so Lukas Völsch, „dass ein Hospiz benötigt wird.“
Regionale Handwerker sorgen für reibungslosen Ablauf
Beim Richtfest sei es nun an der Zeit, den Bauleuten zu danken. „Das Team von Universalbau Parchim und alle anderen Handwerker, die hier vertreten sind, leisten tolle Arbeit“, so Waldmüller. Den Richtspruch hielt Zimmermann Jonas, der dem neuen Hospiz mit dem traditionellen Glaswurf viel Glück wünschte.
Künftig sollen im "Eldenhaus" bis zu zehn Gäste auf ihrem letzten Weg begleitet werden – in würdevoller Umgebung mit professionellen Personal. Alle Gästezimmer verfügen über bodentiefe Fensterelemente, ein eigenes Badezimmer und Glaskuppeln in der Dusche. Und auch an die Angehörigen ist gedacht. „Wenn der Wunsch eines Angehörigen ist, den letzten Weg zu begleiten, dann kann er in einem separaten Zimmer wohnen. Hier gilt, wie auch für den Patienten, dass der gesamte Aufenthalt kostenfrei ist.
Einen Platz in einem Hospiz kann ein Mensch bekommen, der nach ärztlicher Diagnose austherapiert ist. Dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Betreuung. Sowohl für den Patienten als auch für einen Angehörigen. „Wir wollen dem Gast jeden Wunsch, so gut es geht, erfüllen. Wenn er ein Steak und ein Bier möchte“, so Waldmüller, „dann soll er das bekommen.“
Hospiz ist auf Spenden angewiesen
Um den reibungslosen Betrieb zu gewährleisten, müssen fünf Prozent der Kosten jährlich durch Spendengelder finanziert werden. „Ein Hospiz ist nie vollständig ausfinanziert. Deshalb haben wir einen Förderverein gegründet“, erklärt Waldmüller. „Wir freuen uns aber über jeden, der uns unterstützt. Sei es finanziell oder beispielsweise mit Dekoration, Blumen oder Kuchen - da gibt es viele Möglichkeiten.“
Bis das Hospiz in der ersten Jahreshälfte in Betrieb gehen soll, ist noch einiges zu tun. Dabei betont Wolfgang Waldmüller: „Wir sind sehr dankbar, dass wir Unternehmen aus der Region für das Projekt gewinnen konnten. Denn nichts anderes kam für uns infrage. Wir wollen, dass das Haus von Menschen und Firmen aus der Region für Menschen in der Region gebaut wird.“
Den Originalbeitrag im Nordkurier lesen Sie hier
Quelle: nordkurier.de
Autorin: Lisa Giewald-Bach
Fotos: Lisa Giewald-Bach


