Liebe Kolleginnen und Kollegen,
mal ehrlich: Manchmal könnte man meinen, Jammern sei Deutschlands heimlicher Nationalsport. Und ausnahmsweise sind wir darin sogar Weltklasse.
Wobei … ganz stimmt das auch wieder nicht. Einen Wal können wir schließlich auch retten. Oder doch nicht? Timmy? Hope? Ich gestehe: Ich habe inzwischen den Überblick verloren. Und über das frühe Aus unserer Fußballmänner gegen die „Fußballgroßmacht“ Paraguay wollen wir heute lieber auch nicht länger lamentieren – schließlich haben wir heute Besseres zu tun.
Denn eines fällt auf: Wer morgens die Nachrichten einschaltet, bekommt schnell den Eindruck, dass eigentlich alles schiefläuft. Krisen hier, Probleme dort, politische Diskussionen, wirtschaftliche Sorgen und gefühlt jeden Tag eine neue Erklärung, warum etwas gerade nicht funktioniert.
Wer danach sucht, findet tatsächlich genügend Gründe, den Kopf hängen zu lassen.
Und trotzdem erleben wir jeden Tag etwas völlig anderes.
Wir erleben Kolleginnen und Kollegen, die früh aufstehen und Verantwortung übernehmen. Menschen, die organisieren, zuhören, helfen, pflegen, begleiten, retten, trösten und unterstützen. Menschen, die nicht darauf warten, dass andere Lösungen finden, sondern selbst Teil der Lösung sind.
Genau das passiert jeden Tag im DRK-Kreisverband Parchim.
Wir begleiten Familien in schwierigen Lebenslagen. Wir unterstützen ältere Menschen. Wir kümmern uns um Kinder und Jugendliche. Wir helfen Menschen in Not. Wir sorgen dafür, dass niemand allein gelassen wird.
Und wissen Sie was?
Das alles funktioniert nicht wegen guter Schlagzeilen. Es funktioniert wegen Menschen wie Ihnen.
Natürlich gibt es Herausforderungen. Natürlich gibt es Entscheidungen, die wir kritisch sehen. Und natürlich läuft auch bei uns nicht immer alles perfekt. Aber entscheidend ist die Frage: Worauf richten wir unseren Blick?
Wer ausschließlich das sieht, was nicht funktioniert, wird irgendwann glauben, dass gar nichts mehr funktioniert.
Wer dagegen auch wahrnimmt, was gelingt, entdeckt eine andere Wirklichkeit: eine Wirklichkeit voller Engagement, Zusammenhalt, Menschlichkeit und Erfolg.
Jeden Tag werden im DRK Parchim Probleme gelöst. Jeden Tag erfahren Menschen Hilfe. Jeden Tag entstehen kleine und große Erfolgsgeschichten. Meistens ganz leise. Ohne große Bühne. Ohne Applaus. Aber mit viel Herz, Professionalität und Verlässlichkeit.
Darauf dürfen wir stolz sein.
Denn das Gute entsteht nicht von allein. Es entsteht durch Menschen, die Verantwortung übernehmen. Durch Menschen, die anpacken, statt zu jammern. Durch Menschen, die auch dann weitermachen, wenn der Weg manchmal steinig ist.
Und davon haben wir im DRK Parchim glücklicherweise jede Menge.
Deshalb wünsche ich mir, dass wir uns gegenseitig noch häufiger auf das aufmerksam machen, was gelingt. Dass wir Erfolge teilen. Gute Beispiele weitererzählen. Uns gegenseitig Mut machen. Nicht, weil wir Probleme ausblenden wollen – sondern weil wir neben den Herausforderungen auch unsere Stärken sehen dürfen.
Unsere Haltung entscheidet mit darüber, wie wir unsere Arbeit erleben.
Die Herausforderungen können wir nicht immer beeinflussen. Unsere Sicht darauf hingegen schon.
Lassen Sie uns deshalb öfter hinschauen, wo Menschen mit Herz, Verstand und Engagement etwas bewegen. Wo wir füreinander da sind. Wo wir gemeinsam den Unterschied machen.
Denn am Ende haben wir genau das selbst in der Hand:
Ob wir jammern. Oder gestalten.
Ich bin überzeugt: Im DRK Parchim gibt es jeden einzelnen Tag mehr Gründe für Zuversicht als für Resignation.
Wir müssen sie nur sehen – und manchmal auch einfach weitererzählen.
Viele Grüße!
Steffen Kanert
Geschäftsführer