Wer bleibt, wenn andere reisen
Der Winter zeigt sich rau, eisig und manchmal ganz schön herausfordernd. Viele Tiere ziehen sich zurück, manche schlafen den Winter einfach durch. Doch nicht alle Vögel verlassen uns in Richtung Süden. Einige bleiben hier, trotzen Wind und Kälte und begleiten unseren Alltag – das sind die Wintervögel.
Gemeinsam mit den Kindern haben wir diesen gefiederten Nachbarn besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Wir haben genau hingesehen: Welche Farben hat ihr Gefieder? Wie unterscheiden sie sich? Auf unseren Spaziergängen wurden aus kleinen Wegen große Forschungsrouten. Die Kinder beobachteten aufmerksam, stellten kluge Fragen und entwickelten ein feines Gespür dafür, wer da eigentlich in den kahlen Bäumen sitzt oder flink über den Boden hüpft.
Hören, fühlen, helfen
Doch Sehen ist nur ein Teil des Entdeckens. Wir haben gelauscht – ganz still – und die unterschiedlichen Stimmen der Vögel wahrgenommen. Mal hell und zwitschernd, mal kräftig und klar. Diese Klänge nahmen wir mit nach drinnen und verwandelten sie in Musik: Mit Instrumenten experimentierten die Kinder, ahmten Vogelstimmen nach und übersetzten Natur in Rhythmus. So wurde aus Zuhören kreatives Tun.
Warum wir diesen Weg gehen? Weil Kinder durch eigenes Erleben lernen. Naturbeobachtung schult die Sinne, fördert Konzentration und stärkt das Verständnis für Zusammenhänge. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, Teil dieser Welt zu sein.
Und weil Entdecken auch Verantwortung bedeutet, haben wir unsere Wintervögel aktiv unterstützt. In unserem Vogelhaus liegt nun regelmäßig Futter bereit. Die Kinder wissen: Wer bleibt, braucht Hilfe. Mit kleinen Handgriffen übernehmen sie große Aufgaben – und erleben ganz nebenbei, dass ihr Handeln Wirkung zeigt.
So wird der Winter bei uns nicht nur kalt, sondern lebendig, klangvoll und voller kleiner Wunder. Und manchmal reicht ein flatternder Flügel, um große Augen zum Leuchten zu bringen.






